Tag 25: Sonntag, der 12.11.2017

 

Gestern Abend haben wir mit einigen Lehrern und Freunden der Schule am Strand von Tema gemütlich die letzten Kaltgetränke genossen. Heute müssen wir von allen und allem, was wir mit Ghana verbinden, Abschied nehmen.

Zum letzten Mal wachen wir auf der Dachterrasse auf und frühstücken anschließend gemeinsam. Danach waschen und verstauen wir die Moskito-Netze und Isomatten. Alle Räume werden gründlich gereinigt, der Müll entsorgt und unsere Koffer gepackt.

Um 13:00 Uhr verlassen wir das Schulgelände und fahren nach Accra, um noch verschiedene Besorgungen in der Accra Mall zu machen. Außerdem besuchen wir noch einen Crafts Markt, wo wir die Möglichkeit haben, Souvenirs und Andenken aus Ghana zu kaufen.

Um 22:00 Uhr startet unser Flieger Richtung Heimat. Wenn alles planmäßig verläuft, werden wir nach einem kurzen Zwischenstopp in Amsterdam am Montag, den 13.11. um 7:40 Uhr in Düsseldorf landen und von unseren Familienangehörigen abgeholt werden.

Die letzten dreieinhalb Wochen waren für uns eine sehr eindrucksvolle Zeit und wir haben viele neue Erfahrungen gesammelt. Es gab viele bewegende Momente, die uns sehr berührt haben, die wir wahrscheinlich nie mehr vergessen werden.

Damit endet unsere Ghana-Projektreise 2017. Wir bedanken uns ganz herzlich bei allen, die uns dabei unterstützt haben und unsere Blogeinträge mit Interesse verfolgt haben.

Bye Bye for now!

(Annelie)



Tag 24: Samstag, der 11.11.2017

 

An unserem letzten Tag vor der Abreise geht es heute Morgen für uns und 7 Schülerinnen und Schüler des WEC Richtung Cedi Beads und später weiter nach Akosombo zum Volta-Staudamm.

Bei Cedi Beads werden wir freundlich von dem Eigentümer und Gründer des Unternehmens, das traditionell in Handarbeit gefertigte Perlen herstellt, empfangen. Er erklärt uns, dass die Idee, Perlen aus Altglas herzustellen zufällig entstanden ist, als er im Alter von 7 Jahren in der Nähe eines Ofens gespielt hat und Reste dort liegen gelassen hat und so Perlen entstanden sind.

Heute stellt er mit einigen Mitarbeitern fünf verschiedene Arten der Glasperlen her, die weltweit verkauft werden. Bei allen Arten muss das Altglas, welches größtenteils aus der EU und teilweise aus den umliegenden Hotels und Restaurants stammt, vor der Verarbeitung gründlich gereinigt werden, damit beispielsweise Alkoholreste den Schmelzpunkt nicht verändern. Er erzählt uns außerdem, dass der Schmelzofen aus den Überresten eines Termitenhügels gebaut ist, da dieses Material besonders hitzebeständig ist. Dies ist sehr wichtig, denn während des Schmelzvorganges, welcher ca. 45-60 Minuten dauert, werden Temperaturen im vierstelligen Bereich erreicht. Nach dieser kleinen Einführung werden uns alle Arbeitsschritte genau vorgemacht und wir können anschließend noch ein paar Perlen im Shop vor Ort kaufen.

Mittags fahren wir weiter zum Volta-Stausee, einem der größten künstlichen Binnenseen der Welt. Der See hat eine Oberfläche von insgesamt ca. 8.500 qkm, das entspricht einer Fläche, die ca. acht Mal so groß ist wie der Kreis Siegen-Wittgenstein. Entstanden ist der See in den 1960er Jahren durch den Bau des Volta-Staudammes, der neben der Gewinnung von Elektrizität vor allem der Bewässerung und der Regulierung des Hochwassers während bzw. nach der Regenzeit dient.

Bei einer Bootstour quer über den See kommen wir ganz nahe an den Damm, welcher die sonst so idyllische Kulisse unterbricht. Die Natur hat hier einiges zu bieten, denn rund herum sehen wir Berge vollständig zugewachsen mit den verschiedensten Pflanzen, die wir von zuhause nicht kennen. Nach der Bootstour nehmen wir in einen schönen an See gelegenen Hotel bei wunderschönem Ausblick einen Snack zu uns. Danach halten wir uns eine weitere Stunde dort auf, einige spielen Volleyball oder genießen einfach nur die traumhafte Kulisse und entspannen. Später laufen wir gemeinsam über die einzige Brücke, die über den See führt, von wo wir noch einen ganz anderen Eindruck bekommen, wenn sich die Sonnenstrahlen im Wasser spiegeln.

Unseren letzten Abend in Ghana verbringen wir gemeinsam mit einigen der jüngeren Lehrer der Schule, die mittlerweile zu Freunden geworden sind, zu denen wir auch später noch den Kontakt halten wollen. (Lea)



Tag 23: Freitag, der 10.11.2017

 

Heute bricht unser letzter Schultag zusammen mit allen Kindern und Lehrern des WEC an. Somit genießen wir auch ein letztes Mal die tägliche Morning Assembly. Zudem bricht der zweite und finale Tag der Games an. Alle vier Sektionen machen sich für die anstehenden Spiele bereit.

Um halb neun beginnt das erste Spiel: Volleyball. Gespielt wird in mixed Teams bestehend aus drei Jungen und drei Mädchen. Es fällt uns auf, dass die Mädchen sehr viel weniger Erfahrung in diesem Spiel als die Jungen haben. Nachdem alle Spiele entschieden sind kommen die Klassen 1-4 zum Einsatz. Nun ist Viking Chess angesagt. Auch hier wird in mixed Teams, ein Junge und ein Mädchen, gegeneinander gespielt. Die Paare haben beide 5 Holzkegel vor sich stehen, die es gilt, mit drei Holzstäben pro Wurf so zu treffen, dass diese umfallen. In der Mitte des Feldes steht der König, eine turmähnliche Holzkrone. Hat ein Paar alle Holzkegel des Gegners umgeworfen, muss nur noch der König in der Mitte zu Boden fallen. Damit ist das Spiel entschieden. Gerade bei diesem Programmpunkt wird die Euphorie der Kinder besonders deutlich, denn das Spielfeld ist komplett umschlossen, da jeder Einzelne keinen Spielzug verpassen möchte.

Der dritte und letzte Programmpunkt des Tages ist Fußball. Zügig werden die Fußballtore aufgestellt und schon kann begonnen werden. Die Sektionen entsenden für jedes Spiel drei Schüler und drei Schülerinnen, denn Fußball wird nach Jungen und Mädchen getrennt gespielt. Die Fußballmatches stellen den zeitlichen Schwerpunkt des Tages dar. Drei Stunden lang in der Mittagshitze laufen und kämpfen alle Beteiligten um den Erfolg. Die schlechten Platzbedingungen und völlig zerstörten Tornetze führen zu zahlreichen umstrittenen Entscheidungen, die in Rudelbildungen lautstark geklärt werden.

Auch kulinarisch wird den Kindern und Lehrern heute wieder etwas geboten. 1250 Waffelherzchen werden insgesamt gebacken und an die Teilnehmer des Sportfestes verteilt. Zudem wird das Waffelrezept ins Englische übersetzt, damit auch in Zukunft im WEC unsere deutsche Backtradition fortgeführt werden kann. Die Lehrerinnen lernen schnell, wie die Waffeln gebacken werden und freuen sich darauf, dies bald für ihre Kollegen und Schüler zu tun. Natürlich bekommen die Kinder und Lehrer wieder Wassertütchen, für die sie nichts bezahlen müssen, damit eine gute Wasserversorgung gegeben ist. Unser „Pure Water“ Sammelbehälter ist mittlerweile gut gefüllt.

Am späten Nachmittag wird es Zeit, die Sieger der Games zu ehren. Mit großem Punktevorsprung kann die Sektion Emerald den Pokal in ihren Händen halten. Die Freude und der Stolz der Gewinnersektion lässt sich kaum in Worte fassen. Hibiscus und Lily haben wieder gegeneinander um die beiden mittleren Plätze konkurriert, wobei sich Hibiscus den zweiten Platz sichern kann. Den vierten Platz belegt die Sektion Marigold. Nach der Verkündung der Ergebnisse und langem Jubel des Gewinnerteams, werden die besten Sportler der einzelnen Sportarten geehrt. Hierbei wird unter Jungen und Mädchen unterschieden. Die Auserwählten bekommen Preise, wie z.B. Rucksäcke oder Schulmäppchen, ausgehändigt. Kein Kind geht leer aus. Je nach Platzierung werden unterschiedliche Preise vergeben, vom Trostpreis bis hin zum T-Shirt.

Wir nutzen die Gunst der Siegerehrung dazu, unsere individuell zugeschneiderten Kleider zu präsentieren, die uns die Lehrer zum Abschied geschenkt haben. Darüber freuen wir uns besonders und werden diese Stücke in Ehre halten und bei Gelegenheit gerne wieder tragen.

Zum Schluss verabschieden wir uns von Kindern und Lehrern und machen schöne Abschiedsfotos. Das fällt uns allen sehr schwer, da wir viele Menschen hier sehr ins Herz geschlossen haben. Die Herzlichkeit der Ghanaer werden wir nie vergessen und freuen uns auf ein Wiedersehen, welches hoffentlich nicht allzu weit in der Ferne liegt. Abends gehen wir gemeinsam mit einigen Lehrern in eine nahe gelegene Tanzbar aus. (Laura)



Tag 22: Donnerstag, der 09.11.2017

 

Heute beginnen die großen „Games“ des Wilhelm Educational Complexes, die über zwei Tage andauern werden. Am heutigen Tag wird zuerst Basketball, dann Tischtennis und zuletzt Badminton gespielt.

Bevor es richtig losgehen kann, findet die alltägliche Morning Assembly statt. Nach letzten Vorbereitungen und dem Aufbau einer Tribüne können die Games endlich starten. Den verschiedenen „Sections“ der Schule wird je eine Farbe der Leibchen zugeteilt, damit alle Schüler die Gruppen während des Spielens erkennen können. Lily erhält weiß, Emerald grün, Hibiscus rot und Marigold gelb. Die Musik wird von den Lehrern gestartet und schon fangen die Schüler an, durch Mitsingen und Tanzen Stimmung aufzubauen.

Das erste „Game“ ist Basketball. Hier spielen die Mädchen und Jungen abwechselnd zu dritt in einem Team gegeneinander. Direkt wird deutlich, mit wie viel Motivation und Einsatz die Schüler in das Turnier gehen und außerdem zeigen sie den Willen, die „Games“ zu gewinnen. Die Teilnehmer beweisen, dass es im Sport nicht nur auf das Alter oder die Größe ankommt, sondern dass alle sich gleichermaßen am Spiel beteiligen und durchsetzen können. Auch die unbeteiligten Schüler feuern ihre „Sections“ an und zeigen volle Emotionen. Die jüngeren Schüler begeistern sich zudem mit gemeinsamen Tanzen zur Musik, was uns immer wieder erstaunt hat, da sie sich im jungen Alter schon unglaublich gut zum Takt bewegen können.

Im Basketball können sich die Jungen der „Section“ Emerald durchsetzen und die Mädchen der Gruppe Lily. Der Zwischenstand nach dem ersten „Game“ zeigt für Emerald und für Lily sieben Punkte an und somit gibt es zwei erste Plätze.

Als nächstes folgt Tischtennis. Auch hier werden die „Sections“ in Jungen und Mädchen aufgeteilt, die nacheinander gegen die anderen Teams spielen. Eine Partie geht bis elf Punkte, die eine Gruppe zwei Mal gewinnen muss. Hierbei zeigt sich, dass die weiblichen Schüler durch geringere Übungseinheiten weniger Erfahrungen im Tischtennis einbringen können. Doch dies vermindert nicht den Spaßfaktor der Schülerinnen und Schüler, sondern die Teilnehmer werden weiterhin angefeuert.

Hier setzen sich die Mädchen von Emerald und die Jungen von Hibiscus durch. Emerald geht dadurch mit 13 Punkten in Führung und Lily besetzt den zweiten Platz mit einem Punkt weniger.

Nach einer einstündigen Mittagspause geht es in die letzte Runde der heutigen „Games“. Wie auch in den vorherigen Spielen, spielen Mädchen und Jungen getrennt gegeneinander. Jeweils zwei Spieler werden aus einem Team ausgewählt und geben ihr Bestes, ihre „Section“ zu vertreten. Die strahlende Sonne auf dem Schulhof macht besonders uns zu schaffen, da wir diese Wetterverhältnisse nicht gewohnt sind. Doch trotzdem lassen sich die Teilnehmer von der Hitze nicht beeinflussen und stecken ihre ganze Kraft in das Spiel.

Die Jungen und die Mädchen der „Section“ Emerald gewinnen im Tischtennis die meisten Punkte. Der Zwischenstand des ersten Tages der „Games“ zeigt einen weiten Vorsprung für Emerald mit 21 Punkten. Sechs Punkte dahinter liegt das Team Lily, gefolgt von Hibiscus mit einem Punkt weniger. Den letzten Platz besetzt am Ende des Tages Marigold mit zehn Punkten.

Durch den starken Zusammenhalt in den „Sections“ lernen wir neue Schülerinnen und Schüler näher kennen und feuern unsere Teams gemeinsam an. Immer wieder wird man von den Schülern neugierig gefragt, welcher „Section“ man zugeteilt wurde. Es macht uns Freude zu sehen, wie glücklich die Kinder sind, mit und gegen uns zu spielen. Dadurch ist es auch für uns eine emotionale Spannung, wenn unsere „Section“ ihren Platz verteidigt und auch wir uns mit voller Energie in die Spiele einbringen können.

Zudem erstaunt es uns, wie viele Möglichkeiten wir auf engstem Raum haben, ein solches Turnier austragen zu können und unter welchen Platzbedingungen, wie zum Beispiel ein Steinboden mit vielen Unebenheiten, die Schülerinnen und Schüler nicht daran hindert, vollen Einsatz zu zeigen.

Nachdem die „Games“ für den heutigen Tag beendet sind, sollen die Kinder nach der Assembly die Schule schon um drei statt sechs Uhr verlassen, damit sie sich auf den zweiten Tag vorbereiten können und genug Energie haben.

Wir haben den Tag mit viel Begeisterung und Freude für den Sport erlebt und wir freuen uns schon auf den morgigen Tag, in dem der Gewinner der „Games“ gekürt wird. (Helena)



Tag 21: Mittwoch, der 08.11.2017

 

Heute bricht der letzte richtige Arbeitstag für uns an. Wie jeden Mittwoch gibt es den Worship auf dem Schulhof, wo wir neben dem Beiwohnen des gewöhnlichen Gottesdienstes, auch unser über die letzten Wochen vorbereitetes Lied „We are the world“ singen. Als die Schüler das realisieren, springen sie direkt auf, sind hellauf begeistert und lassen uns das auch durch lauten Zuspruch und Klatschen wissen.

Nach dem überaus erfolgreichen Song werden wir für die „Games“ in den nächsten zwei Tagen in die vier „Sections“ der Schule aufgeteilt: Emerald, Hibiscus, Lily und Marygold (sie sind nach Blumen benannt). Da wir acht Schüler sind, bekommt jede Section zwei von uns zugeteilt. Gerrit und Annelie werden Emerald, Fabienne und Lea Hibiscus, Helena und Anni Lily und Alex und Laura Marigold zugeteilt.

Im Anschluss fordern uns die Kinder zu einem freien Tanz zu lauter, stimmungsvoller Trommelmusik auf. Wir folgen dieser Aufforderung und feiern mit ihnen zusammen die Einteilung der Teams und die bevorstehenden Spiele.

Später gehen wir auseinander und kümmern uns um die letzten Arbeiten für unsere Projekte. Gerrit kümmert sich z.B. um die Finalisierung der Inventarlisten und stellt sie für Bismark in sein Storeroom-Laufwerk. Außerdem erstellt er in Zusammenarbeit mit Maxwell eine Liste mit Verhaltensregeln für den Computerraum und mehrere Anleitungen zur Installation von Druckern, Treibern und Netzlaufwerken auf Deutsch sowie auf Englisch mit Bildern. Alle Dokumente sind in gedruckter Form vorhanden und laminiert. Einige Exemplare bleiben im Gästehaus, die meisten allerdings, verbleiben bei Maxwell und Thomas, den IT-Lehrern der Schule.

Lea und Anni richten mit Hilfe von Gerrits Ausdrucken zwei große beschriftete Behälter für die „Pure Water Bags“ her. Das ist die ghanaische Alternative zu Plastikflaschen. Es sind dünne Plastikbeutel mit einem Fassungsvermögen von 500 ml. Diese Tütchen werden an einer Ecke angebissen und ausgetrunken. Pro Tag werden zwischen 150 und 180 dieser Water Bags getrunken, welche man überall auf dem Schulhof findet. In der letzten Unterrichtsstunde stellt Alex diese Innovation jeder Klasse und jedem Lehrer vor.

Gesammelt werden die Tütchen für das Unternehmen "Trashy Bags". Dieses produziert aus den Pure Water Bags Rucksäcke, Einkaufstaschen und das Innenfutter diverser weiterer Taschen und Beutel. Für einen Rucksack werden alleine bis zu 750 der Trinktüten benötigt.

Helena und Annelie kümmern sich um das Batiken am heutigen Tag. Mit einigen Schülerinnen und Schülern färben sie alle restlichen T-Shirts auf der Dachterrasse und hängen sie hier zum Trocknen auf. Erneut sind die Schüler begeistert von den erzielten Ergebnissen.

Nach unserem Abendessen gehen Fabienne und Anni auf den Schulhof und treiben mit den Kindern Sport. Vor allem Volleyball steht heute auf ihrem Plan, da die große blaue Plane abgenommen wurde. Diese nimmt normalerweise einen Großteil des Hofs ein und beschränkt somit das Spielfeld stark. Wegen den anstehenden Spielen wurde sie schon am Vormittag von mehreren Lehrern abgenommen.

Gleichzeitig fahren Herr Haasner und Alex mit 25 Schülerinnen wieder nach Don Bosco. Auch sie spielen Volleyball, aber auch Basketball und Fußball. Zum Schluss erhalten die Schülerinnen noch kleine Geschenke in Form von Deo, Duschgel und Shampoo.

Am Abend ziehen wir in getrennten Gruppen los, um unsere fertiggestellten, maßgeschneiderten, ghanaischen Kleidungsstücke abzuholen. (Gerrit)



Tag 20: Dienstag, der 07.11.2017

 

Unser Morgen startet wie üblich mit einem schmackhaften Frühstück und der anschließenden Morning Assembly. Direkt danach macht Fabienne sich daran, die Stützbalken des alten Storerooms fertig zu streichen. Der Master of Desaster führt ebenfalls seine Arbeiten am Außengebäude der Schule weiter, um ihr ein farbenfrohes Aussehen zu verschaffen.  Zeitgleich backen Lea und Annika auf der Dachterrasse wieder Waffeln, um den Schülerinnen und Schülern des WEC während des Mid Term Tests eine kleine Stärkung anzubieten. Die leckeren Waffeln werden während der Frühstücks- und Mittagspause ausgeteilt.

Alex schließt seine Arbeiten an unseren Rollos und den zum Teil defekten Türschlössern ab, in dem er nun auch die Schlösser zu unseren Räumen ausbaut und neue einbaut. Gerrit schreibt Anleitungen für die Access Points, die Netzlaufwerke und den Drucker sowohl auf Deutsch als auch auf Englisch, damit auch die Lehrer das Know How bekommen, um mit den neu installierten technischen Geräten umzugehen. Außerdem schult er die Lehrer, die regelmäßig mit den Laptops arbeiten sollen, in Microsoft Office.

Auch die Arbeiten im neuen Storeroom, die am Wochenende begonnen haben, sind nun abgeschlossen. Die letzten Materialien für die Schule, die hinzugekommen sind, sind erfasst und erneut in Plastikboxen verstaut und mit dem Labelprinter beschriftet worden.

Frau Gleim und Herr Haasner kümmern sich heute um den Kauf des Seifenvorrates für die Schule, der mit 240 Litern ein ganzes Jahr reichen soll. Dafür haben sie die Preise bei verschiedenen Anbietern eingeholt und verglichen. Für 20 Cedi pro 2,5 Liter (4 Euro) werden schließlich bei der Firma Deva in Tema 16 Kartons á sechs 2,5-Liter-Flaschen in drei verschiedenen Duftsorten (Erdbeer, Zitrone und Alovera) gekauft und im Storeroom eingelagert.

Annelie und Helena sind heute sehr kreativ. Nachdem die Kinder ihre Tests schon beendet haben, werden wieder Sterne aus Transparentpapier gebastelt. Es werden die aus Deutschland mitgebrachten T-Shirts gebatikt und der so genannte „Cup-Song“ geübt. Auch unser Songprojekt „We are the World“ geht in die entscheidende Endphase, da heute die Generalprobe mit den Klassen 7 bis 9 erfolgreich durchgeführt wird.

Die Arbeiten an dem Rohbau des neuen Gebäudes gehen weiter, die Arbeiter vermessen die Länge und Breite der Dachbalken und sägen die überstehenden Teile der Holzbalken ab. Nun kann im Laufe der nächsten Tage das Wellblechdach angebracht werden.

Ganz besonders ist für uns, dass wir den heutigen Tag nicht wie üblich auf der Dachterrasse abschließen, sondern mit einigen Lehrern des WEC abends ausgehen. Alles in allem war dieser Tag sehr abwechslungsreich und erfolgreich.



Tag 19: Montag, der 06.11.2017

 

Unsere letzte Woche in Ghana startet mit der uns bereits vertrauten Morning Assembly auf dem Innenhof der Schule pünktlich um 7:30 Uhr mit den Schülerinnen und Schülern des WEC. Ihr Schulleiter Kuffour erwähnt die heute beginnenden Mid Term Tests der Klassen 1 bis 9, die die kommenden drei Tage andauern werden. Auch berichtet er von den vielen Arbeiten, die am vergangenen Wochenende erledigt worden sind und die Schule an einigen Stellen wie neu aussehen lassen. Dabei appelliert er an die Eigenverantwortung der Kinder, damit auch in Zukunft die Schule sauber bleibt. Daneben kündigt Kuffour auch die kommende Sportveranstaltung am Donnerstag und Freitag an, die wir zusammen mit Schülerinnen und Schülern sowie den Lehrern gestalten werden.

Danach treffen wir uns zur Absprache auf unserer Terrasse, um die kommende Woche gut zu planen. Kleinere und größere Aktionen stehen dabei noch aus, welche wir versuchen werden, vollständig zu realisieren. Darunter fällt zum Beispiel die heute durchgeführte Waffelbackaktion, welche erneut großen Zuspruch bei den Kindern findet. Hierfür setzt sich am Vormittag eine Kleingruppe zusammen, um alle Schülerinnen und Schüler mit dem köstlichen Gebäck zu versorgen. Andere nutzen die Zeit, um sich noch einmal in den Unterricht zu setzten und das Gespräch mit Kindern und Lehrern zu suchen.

Im Storeroom werden derweil letzte Arbeitsschritte unternommen, die noch zu erledigen sind. Darunter fällt zum Beispiel die Fertigstellung der Inventarliste, die Aufnahme von noch nicht bearbeiteten Kisten sowie deren Beschriftung. Danach wird dieser lediglich noch gereinigt und aufgeräumt. Daneben hat Gerrit die letzten Laptops fertig eingerichtet und eine Anleitung für das Einbinden eines Netzlaufwerks geschrieben. Anhand der Bestandsliste wird eine Einkaufsliste für noch zu benötigende Materialien angefertigt. Auch hier wird fleißig in einem kleinen Team gearbeitet bis wir zufrieden den Storeroom wieder zurück in die Hände der Lehrer legen. Im Nachhinein verlegt hier ein Elektriker ein Kabel, um eine weitere Steckdose hinter dem Pult anzubringen. Doch nicht nur von innerhalb des Storerooms gibt es letzte Baustellen, die in Angriff genommen werden. So macht sich Fabienne bereits früh daran, den neu aufgenommenen Storeroom von außen in leuchtenden, fröhlichen Farben zu streichen.

Neben alledem steht heute im Vordergrund der Schülerschaft der Mid Term Test, der in neun verschiedenen Unterrichtsfächern zu leisten ist. In den Klassen 1 bis 3 werden von Montag bis Mittwoch acht Tests geschrieben, während sich die Klassen 4 bis 9 mit neun Tests durchschlagen müssen. Der Mid Term Test dient Schülern und Lehrern zur Überprüfung des bis dahin gelernten Stoffes. Die Tests sind alle an den jeweiligen Stundenplan der Klassen angelehnt und daher ist es auch möglich, all diese für die gesamte Schule innerhalb von so kurzer Zeit zu schreiben. Im Gegensatz dazu stehen bestimmte Termine für die Abschlussprüfungen aller Klassen genau fest. Nach diesem Prinzip der Mid Term Tests und der Final Exams handeln hier alle Schulen, lediglich der Zeitraum wird individuell bestimmt.

Der Test ist in Form eines Multiple Choice gestaltet, wobei die Aufgaben sich an dem bis dahin erlernten Unterrichtsstoff orientieren. Diese Form der Leistungsüberprüfung fließt in die 30% mit ein, die zum Ende eines Jahresabschnittes die Note ausmacht. Die anderen 70% werden aus der Abschlussprüfung des aktuellen Abschnittes hinzugerechnet.

Wir unterstützen die Leistungen der Kinder, indem wir ihnen zur Stärkung in den Pausen Waffeln servieren und am Nachmittag zur Ablenkung mit ihnen sowohl auf dem Schulhof als auch bei Don Bosco Sport treiben. (Alex)



Tag 18: Sonntag, der 05.11.2017

 

Heute Morgen werden wir von den Sonnenstrahlen geweckt und setzen nach dem Frühstück unsere Arbeiten von gestern fort. Die Erweiterung des Storerooms wird grundlegend gesäubert und mit den weniger oft benötigten Gegenständen eingeräumt, um in dem bisherigen Storeroom neue Lagerkapazitäten zu schaffen. Dort wird der Lagerbestand weiter in Exceltabellen erfasst und in durchsichtigen Kisten neu systematisiert. Jede Kiste bekommt eine Beschriftung mit Hilfe eines Etikettendruckers, damit die Gegenstände schnell auffindbar sind. Um noch mehr Platz für die sortierten und beschrifteten Kisten zu schaffen, werden die Regale neu eingeräumt. Des Weiteren werden die Werte der Gegenstände erfasst. Aber natürlich müssen wir die Tabelle noch ins Englische übersetzen, damit diese von den Lehrern vom WEC verstanden werden kann. Somit kann es in Zukunft im Storeroom noch organisierter und geordneter ablaufen. Außerdem werden die Körbe, die Herr Hawerkamp besorgt hat, schon einmal verpackt. Davon nehmen wir einen Teil mit zurück nach Deutschland, damit diese dort verkauft werden können. Der Erlös wird in die Schule investiert.

Da eine Wand im Storeroom sehr bemalt und mit auffälligen Kritzeleien geprägt ist, entschließen wir uns dafür, diese neu anzustreichen. Die ganze Wand wird heute komplett fertig gestrichen. So muss nur noch der „alte“ Storeroom von außen mit einem fröhlichen Orange bestrichen werden.

Währenddessen wird das benutze Waschwasser verwendet, um den Boden zu befeuchten, da die Überreste der gestrigen Dacharbeiten entfernt werden müssen, damit die ebenso neugestrichenen Räumlichkeiten des Kindergartens, der Krabbelgruppe und der ersten Klasse von dem hohen Staubaufkommen nicht beschmutzt werden. Wir müssen mit größter Vorsicht fegen, da der Boden bei der Wärme schnell wieder trocknet. Um den Boden in Etappen zu befeuchten wird ein Konstrukt gebaut aus einer leeren Wasserflasche und kleinen Einstichen mit Hilfe eines Nagels. So kann man diese als eine Art Gießkanne verwenden.

Die Arbeiten von Master of Desaster und seinem Team fangen heute sehr früh an, denn diese müssen am Abend abgeschlossen werden, damit morgen früh alle Schüler in ihre Klassen können. Es ist bewundernswert, was sie für ein Werk in solch einer kurzen Zeit vollbringen. Alle Räume erstrahlen in völlig neuen, fröhlichen Farben und Mustern, genau wie die Außenwand. Der Auftrag, die Räume kinderfreundlicher zu gestalten, ist dem Team sehr gut gelungen und wir sind alle sehr gespannt auf Morgen und die Reaktionen der Kinder, Erzieher und Lehrer.

Jedoch haben die Arbeiten länger als gedacht gedauert, was dazu führt, dass wir die Klassenräume nicht mehr vollständig reinigen können.

 

Neben den Streicharbeiten werden in Klasse 8 und 9 die Fenster erneuert. Darüber hinaus bekommt der Klassenraum der Klasse 8 ein neues Fenster und außerdem ist ein bestehendes Fenster zugemauert worden. Dieser Vorgang ist ein weiterer Grund dafür, die Räume mit neuen Glanz strahlen zulassen. Somit werden auch diese beiden Klassenräume gestrichen. Das Design der Fenster ist sehr modern gewählt und mit Hilfe der Griffe lässt es sich leicht öffnen, um den Raum zu lüften. 

 

Der Tag ist sehr erfolgreich, da wir die Arbeiten so gut wie fertigstellen können und die positiven Veränderungen auch deutlich sichtbar sind. (Anni)



Tag 17: Samstag, der 04.11.2017

 

Am heutigen Tag stehen diverse Arbeiten innerhalb der Schule an. Der alte Lagerraum muss neu gestrichen werden. Als wir um 8 Uhr beginnen wollen, stellen wir fest, dass uns noch Pinsel fehlen und besorgen diese an einem Verkaufstand in der Nähe der Schule. Da die Wände des alten Lagerraums aus Holz bestehen, ist es wichtig, dass die Grundierung sorgfältig aufgetragen wird. Damit soll verhindert werden, dass das Holz morsch wird. Von innen wird der Raum weiß gestrichen und von außen orange. Da die Farben in mehreren Schichten aufgetragen werden, muss man immer abwarten, bis die Farbe darunter getrocknet ist. Erst danach kann man weiter streichen. Um etwa 17:30 Uhr ist der Raum soweit, dass die ausgeräumten Dinge, über Nacht wieder darin verstaut werden können. Jedoch sind die Arbeiten noch nicht beendet und müssen morgen fortgeführt werden.

Zeitgleich beginnen auch die Malarbeiten des professionellen Maler-Teams von „Master of Desaster“. Den ganzen Tag werden die drei Kindergartenräume sowie die Klassen eins, acht und neun gestrichen. Sämtliche Malarbeiten sollen morgen fertiggestellt werden.

Auch in dem Storeroom gibt es viel zu tun. Alle Materialbestände müssen in einer Excel Tabelle erfasst werden. Dafür ist es notwendig, dass die Gegenstände genau gezählt und in verschiedene Kisten einsortiert werden. Ebenso ist es wichtig, verschiedene Dinge auszusortieren, die nicht benutzt werden und somit zu viel Platz einnehmen. Zum Beispiel werden in den Kisten viel Bastelmaterial, Werkzeug, Sportsachen und Spiele verstaut, die den Lehrkräften und Kindern zur Verfügung stehen. Außerdem werden diese Kisten noch beschriftet, damit jeder den Inhalt erkennen kann. Dafür müssen die deutschen Begriffe zunächst ins Englische übersetzt werden. Auch in diesem Raum müssen wir morgen weiterarbeiten.

Zudem werden neun Werkzeugkisten mit verschiedenen Werkzeugen von Laura befüllt und beschriftet, die ab Februar in dem neuen Werkraum genutzt werden sollen. Zuerst wird eine Musterkiste vorbereitet, danach werden die restlichen acht Werkzeugkisten nach dem gleichen Prinzip erstellt, damit die Anordnung überall gleich ist. Alle Werkzeuge, die in dem Kasten vorhanden sind, werden mithilfe eines „P-Touch“ (ein Beschriftungsgerät) gekennzeichnet. Die Begriffe dafür sind bereits vorher von Laura ins Englische übersetzt worden. Nachdem das erledigt ist, wird nun jeder Kasten mit einem nummerierten Schloss versehen, dazu gibt es einen passenden Schlüssel plus einen Ersatzschlüssel. Nach diesem Tag sind alle Werkzeugkisten fertig bestückt und können nun in einem sehr guten Zustand benutzt werden.

Alex ist dafür verantwortlich, den Einbau der Türschlösser weiter voranzutreiben. Er erneuert zwei weitere Schlösser und bringt in sechs verschiedenen Klassen Türgriffe und deren Verkleidungen an. Nun ist ein weiterer Teil der Schule mit Schließanlagen ausgestattet.

Wir empfinden diesen Tag als sehr produktiv und sind zufrieden mit den Ergebnissen. Wir freuen uns bereits, unsere Arbeit morgen fortzusetzen.

 

Bye, bye, Madam Sina! Am Abend verabschieden wir Frau Feldheim, die über Nacht nach Deutschland zurückfliegt und den weiteren Verlauf unserer Projektreise leider nur noch auf unserem Blog verfolgen kann. (Annelie)




Tag 16: Freitag, der 03.11.2017

 

Nach einer ruhigen Nacht im Serena Cottage in New Trafo geht es um halb neun in Richtung „Cocoa Research Institute of Ghana“.  Dort werden wir von einem Mitarbeiter der Öffentlichkeitsarbeit in Empfang genommen, der uns einige grundlegende Informationen über das Forschungsinstitut gibt. Wir erfahren, dass sich das 1938 gegründete Institut mit der Erforschung von Kakao oder Kaffee beschäftigt. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts ist die Kakaopflanze aus dem Amazonasgebiet nach Ghana gebracht und angebaut worden. Seitdem hat sich Ghana zu einem der wichtigsten Kakaolieferanten von Europa entwickelt. Durch Kreuzungen der natürlichen Kakaosorten Amelonado, Amazon und Trinitario ist eine Hybridsorte entstanden, dessen Vegetationszeit bis zum ersten Ertrag von 8 Jahren bis auf 18 Monate verkürzt werden konnte.

Nach dieser kurzen Einführung fahren wir zu einem Kakaofeld, wo die Art Trinitario angebaut wird, welche 5 Jahre benötigt um Früchte zu tragen. Von den Früchten werden nur 40% zur Herstellung von Schokolade verwendet, der Rest wird zur Produktion von Seife, Body Butter oder Tiernahrung genutzt. Wir bekommen die Möglichkeit, die Kakaobohnen in roher Form zu probieren, welche überraschend süß aber nicht annähernd nach Schokolade schmecken.

Anschließend sehen wir uns die einzelnen Schritte der Fermentierung und Trocknung der Bohnen. Zunächst einmal müssen die Bohnen aus der Frucht per Hand entfernt, bevor sie in großen Holzkisten sechs Tage lang fermentiert werden. Nachdem die Bohnen den Fermentierungsprozess durchlaufen haben, werden sie 10 bis 14 Tage in der Sonne getrocknet. Der Export der trockenen Bohnen erfolgt im Anschluss zur Weiterverarbeitung. Auch hier dürfen wir probieren und stellen erfreut fest, dass die Bohnen hier bereits nach köstlicher Schokolade schmecken.

Zum Abschluss gehen wir in einen internen Shop, um noch einige Produkte der ghanaischen Schokolade, die auch bei dieser Hitze nicht schmilzt, für unsere Familien und Freunde zuhause zu kaufen.

Auf dem Weg zurück zum WEC halten wir noch bei einem „Crafts Markt“, um uns verschiedene landestypische Handwerkskunst anzusehen. Einige von uns können hier nicht wiederstehen und schlagen bei den schönen, von Hand gefertigten Stücken zu und stellen dabei ihr gutes Verhandlungsgeschick unter Beweis.

 

Als wir am Abend gemeinsam auf unserer Dachterrasse sitzen, kommen Nancy und Kuffour noch kurz vorbei, um Frau Feldheim mit einem traditionellen, bunten, ghanaischen Kleid zu verabschieden. Denn heute ist ihr letzter Tag und sie reist morgen eine Woche vor uns zurück nach Deutschland. (Lea)



Tag 15: Donnerstag, der 02.11.2017

 

Um 7:30 Uhr fahren wir mit drei Schülerinnen und einem Schüler des WEC nach New Tafo. Auf dem Weg dorthin besuchen wir den Botanischen Garten in Aburi. Ein Guide empfängt uns freudig und führt uns durch den prächtigen Garten. Der ursprünglich von britischen Kolonialherren als Forschungsstation für die Landwirtschaft angelegte Park von 1890 weist heute eine ansehnliche Sammlung tropischer Pflanzen auf. Viele der imposanten Bäume und vielfältigen Pflanzen im Park wurden aus anderen tropischen Ländern eingeführt oder als Staatsgeschenke mitgebracht. Es gibt hier zahlreiche heilende Baumarten, die medizinische Anwendungen finden. Unter anderem erfahren wir, dass hier eine Frucht wächst, die Malaria bekämpfen kann. Zudem beinhaltet der Botanische Garten vielerlei Arten an gesunden Gewürzen, z.B. Curry, Nelke, Minze und Zimt. Wir bekommen die Gelegenheit, in einem hohlen Baum zu klettern und bewundern die Schnitzkunst am „Tree of Life“. Unser Guide weist uns außerdem auf die vielen „neu“ gepflanzten Bäume hin. Ein Teil von diesen wurde von Queen Elizabeth gepflanzt, die 1961 in Aburi zu Besuch war. Zusammen mit dem ersten Präsidenten von Ghana hat sie in diesem Botanischen Garten gefrühstückt.

 

Nach der Führung geht es für uns weiter nach Koforidua. Dort gehen wir auf den Perlenmarkt, um ein paar Mitbringsel für unsere Familie sowie Freunde einzukaufen. Auch hier werden wir wieder einmal von dem Überangebot an selbsthergestelltem Schmuck, Perlen sowie Souvenirs überwältigt. Die Perlen werden zum Teil aus recyceltem Glas hergestellt, andere in Handarbeit kunstvoll bemalt. In der Mittagshitze genießen wir noch kühle Getränke fahren weiter nach New Tafo, wo wir unsere Zimmer im Serena Cottage beziehen und anschließend das Abendessen im nahegelegenen Restaurant einnehmen. (Laura)



Tag 14: Mittwoch, der 01.11.2017

 

Wie jeden Mittwoch beginnt der Morgen mit einem Worship. Dieser ist, wie wir es bereits von der ghanaischen Kultur kennen, sehr musikalisch gestaltet.

Doch schon nach einer halben Stunde müssen wir gemeinsam mit elf Schülerinnen und Schülern des WEC und zwei Lehrkräften der Schule den Gottesdienst verlassen, um zu einer Betriebsbesichtigung im Accra City Hotel zu fahren. Nur Alex und Gerrit bleiben in der Schule, um Türschlösser einzubauen, die von der alten Schließanlage der Jahnhalle aus Siegen sind. Darunter sind sieben Klassenräume, ein Büro und der ICT-Raum. Aufgrund von Schwierigkeiten muss das Schloss der Bibliothek und des Lehrerzimmers noch in den nächsten Tagen ausgetauscht werden.

An der Betriebsbesichtigung nehmen auch zehn Schülerinnen der Accra Girls Vocational School (AGIVOC) teil, die im Bereich der Hotellerie und Gastronomie ausgebildet werden. Vor einem Jahr konnten die Schülerinnen und Schüler des WEC die AGIVOC besuchen, als Dank dafür hat das WEC die Abgangsklasse der AGIVOC nun zur Besichtigung des Accra City Hotels ein. Den Schülerinnen sollen dadurch Kontakte zu potenziellen Arbeitgebern ermöglicht werden.

Vor dem Rundgang durch das Hotelgelände treffen wir uns in einem Konferenzraum, wo der deutsche Geschäftsführer Roman Krabel unsere Gruppe begrüßt und uns eine allgemeine Einführung gibt.

Das Accra City Hotel ist vor 29 Jahren als erstes internationale Hotel der Hauptstadt entstanden. Bis vor 2 Jahren ist das Hotel von Novotel geführt worden. Die ghanaischen Eigentümer haben sich dann entschieden, das Hotel in Eigenregie zu managen und planen eine umfassende Modernisierung. Das Accra City Hotel beschäftigt 167 Mitarbeiter, von denen alleine 50 im Küchenbereich angestellt sind. In unmittelbarer Nähe des Hotels befinden sich weitere internationale Hotelketten wie z.B.  Mövenpick, Kempinski, Golden Tulip und demnächst das Marriott am Flughafen. Unter diesem Konkurrenzdruck hat das Accra City Hotel innovative Ideen umgesetzt: jedes Zimmer ist mit einem Smartphone ausgestattet, mit dem die Gäste international kostenlos telefonieren können; zum Hotelstandard gehört ebenfalls eine kostenlosen Mini-Bar mit durchsichtiger Fronttür (hergestellt von Dometic).

Geschäftsführer Roman Krabel bemüht sich während der Besichtigung, den Schülerinnen und Schülern die Hotelbranche so nah wie möglich zu bringen. So gibt er ihnen erste Vorstellungen von der Höhe des Gehalts eines Kochs, der zwischen 600 und 6.000 Cedis verdienen kann, was 120 - 1.200 Euro sind. Die relativ hohen Hotelpreise in Ghana begründet Herr Krabel mit besonders hohen Strom- und Wasserkosten.

Die Betriebsbesichtigung findet in zwei Gruppen statt. In der Bar wird den Schülerinnen und Schülern gezeigt, welches Glas für welche Getränke geeignet ist und im Restaurant des Hotels wird ihnen demonstriert, wie das Eindecken der Tische auszusehen hat. Hierbei wurde deutlich, wie wenig die Schülerinnen über die Abläufe im Service wissen.

Die Schülerinnen und Schüler sehen zum ersten Mal ein Fitnessstudio und sind erstaunt darüber, dass wir in Deutschland mehrere Fitnessstudios haben und mit den Geräten vertraut sind.

Wir freuen uns zu erfahren, dass die in Ghana untypische Mülltrennung zwischen Plastik, Glas, Biomüll und Restmüll im Accra City Hotel selbstverständlich ist.

Nach einem Gruppenfoto fahren wir zurück zur Schule. Die Besichtigung war ein voller Erfolg und eine für die Schülerinnen und Schüler einmalige Erfahrung, die in der Zukunft weitergeführt werden kann, da der Geschäftsführer für weitere Kooperationen zur Verfügung steht. Außerdem sind wir dankbar für die intensiven Erklärungen und Vorführungen, die uns während der Besichtigung geboten worden sind.

Am Nachmittag führt uns Nancy auf einen Markt, um Stoffe für maßgeschneiderte Kleidung zu besorgen. (Helena)



Tag 13: Dienstag, der 31.10.2017

 

Der heutige Tag beginnt neben dem normalen Frühstück mit einer etwas ungewöhnlicheren Morning Assembly: Er wird zu einem großen Teil in Französisch gehalten. Dies betrifft sowohl die Begrüßung und die Hinweise des Französischlehrers, als auch einige gesungene Lieder. Danach verteilt sich unsere Gruppe wieder auf die verschiedenen Klassen und wir gehen den heutigen Aufgaben nach.

Gerrit montiert den vierten Access Point auf der Dachterrasse. Mit Maxwell legt er ein Netzwerkkabel von der Dachterrasse bis zum Switch in der Bibliothek. An jedem Kabelende krimpt er einen RJ45-Stecker. Die ersten vier Ports des Switches haben PoE, weshalb der Access Point keine Stromquelle außer dem Netzwerkkabel braucht. Das Kabel ist mit einem Wand-Clip alle 20cm an der Wand befestigt. Die Länge des Kabels schätzen wir auf 25m. Es wird an der von der Schule abgewandten Seite des Gebäudes abgelassen und führt dann fast unbemerkt durch die Ecken und Winkel unter der Treppe am Gebäude vorbei bis zu dem Fenster der Bibliothek. Knapp darüber schleicht es durch ein Loch ins Innere des Raumes bis zum Switch. Damit sind die Verkabelungsarbeiten der Schule im Rahmen unseres IT-Projekts abgeschlossen.

Derweil beschäftigt sich der Rest der Gruppe mit dem Umgang von Stricklieseln und Stricknadeln, um im Laufe der Woche den Schülern des WEC´s das Stricken beizubringen.

Die zuvor nach Größen sortierte Kleidung haben wir heute in Zusammenarbeit mit Nancy in den Klassen verteilt, wo diese dankbar entgegengenommen werden. Außerdem bringen Lea und Annika den Kindern in der Nursery das Lied und den dazugehörigen Tanz „Aramsamam“ bei.

Nach dem Mittagssnack kommen die drei Schüler auf die Dachterrasse, die mit uns am Wochenende begleitet haben. Sie überbringen uns einen Dankesbrief, der sich auf die gemeinsam verbrachte Zeit bezieht.

Am Nachmittag spielen wir mit den anwesenden Kindern Volleyball und Seilspringen. (Gerrit)



Tag 12: Montag, der 30.10.2017

 

Dieser Tag beginnt für einige unerwartet früh, da zum wiederholten Male ein Mann mit einem Megafon durch die Straßen Ashaimans läuft und auf der hier gesprochenen Sprache „Twi“ sein Morgengebet kundtut.

Bei der Morning Assembly weist Kuffour die Schülerinnen und Schüler auf die bestehende Kleiderordnung hin, die heute von vereinzelten Schülern missachtet wurde. Wir lernen, dass die Schülerinnen und Schüler weiße Socken und dazu schwarze Schuhe tragen müssen.

Heute liegt der Fokus darauf, neue Bilder von der Schule und den gesponserten Gegenständen zu machen, um einerseits den Unterstützern des Projekts die einjährige Entwicklung zu veranschaulichen und andererseits die Bilder auf der Homepage zu aktualisieren. Die Montage der Seifenspender, die letztes Jahr Teil der Projektarbeit vor Ort war, werden sowohl von den Schülern als auch den Kindern regelmäßig benutzt. Ebenfalls erfolgreich war die Erweiterung der Bibliothek und die Einrichtung eines Ausleihverfahrens. Die Kinder nutzen die Bibliothek täglich und die zuständige Lehrkraft Bright dokumentiert die Bücherausleihe in einer Liste.

Unsere Gruppe hat sich heute in Kleingruppen aufgeteilt und arbeitet an unterschiedlichen Projekten. Helena, eine Schülerin unserer Gruppe, befasst sich mit den Vorbereitungen des Ghana Informationsabends und erstellt anschließend eine Präsentation auf Englisch, um es Kuffour zu ermöglichen, seine Schule bei Meetings repräsentieren zu können. Annelie schneidet währenddessen buntes Transparentpapier zu, um mit den Schülern der Klasse 9 gemeinsam bunte Sterne zu basteln. Laura begleitet Frau Gleim, um Plastikkisten für den Store Room zu kaufen und macht eine Bestandsaufnahme der Werkzeuge und diese anschließend ins Englische zu übersetzen. Zwei Schülerinnen unserer Gruppe sortieren die Kleiderspenden, die unter anderem von Schülerinnen und Schülern aus dem letzten Jahr akquiriert wurden. Ein paar dieser Schülerinnen sowie andere Geldgeber haben Patenschaften für einige Kinder am WEC übernommen und engagieren sich weiterhin aktiv.

Gerrit hat mit der Kundendokumentation angefangen, wobei die regelmäßigen Stromausfälle seine Arbeit behindern. Außerdem wird nach einer Unterredung mit Kuffour, Maxwell und den Lehrern festgelegt, dass der letzte verfügbare Access Point auf der Dachterrasse installiert wird. Dazu legt er heute mit Maxwell das Kabel vom Switch in der Bibliothek hoch zur Dachterrasse. Ein anderer Schüler erklärt sich bereit, die Stühle auf unserer Dachterrasse zu reparieren.

Am Nachmittag fahren Frau Feldheim und Herr Haasner mit einigen Schülern zu Don Bosco, um dort Sport zu machen. Wir nutzen die Gelegenheit mit den Schülerinnen des WECs Sport zu machen und erfreuen uns an ihrer Begeisterung für den Teamsport. Alles in allem war es ein sehr erfolgreicher Tag um unser Projekt einen Schritt voran zu treiben und die Umstände an der Schule für alle Beteiligten zu verbessern. (Fabi)



Tag 11: Sonntag, der 29.10.2017

 

Gut ausgeschlafen starten wir den Tag mit einem Frühstück und Meeresblick bei sonnigem Wetter. Nachdem die letzte Kokosnuss ausgetrunken und der letzte Wellengang ausgenutzt worden sind, packen wir die Taschen und fahren zurück zum WEC. Auf dem Weg besichtigen wir noch das Elmina Castle.

Die von den Portugiesen 1488 gebaute Burg zählt zu den ältesten von Europäern errichteten Bauten südlich der Sahara. Später haben die Niederlande und bis zur Unabhängigkeit Ghanas in 1957 das British Empire die Kontrolle über die Burg übernommen. Die ursprünglich für den Warenhandel zwischen Westafrika und Europa erbaute Festung ist später in eine Sklavenburg umfunktioniert worden. Bis zur Abschaffung der Sklaverei in 1814 sind hier insgesamt drei Millionen Sklaven aus Ghana, Togo, der Elfenbeinküste und Burkina Faso unter unmenschlichen Bedingungen festgehalten worden, bevor sie durch „the Door of No Return“ auf die Schiffe nach Amerika verladen worden sind. Bis zu 600 Männer und 400 Frauen konnten hier zeitgleich in unterschiedlich großen, aus Steinmauern gebauten und mit Eisengittern verschlossenen Kammern festgehalten werden. Wie die Menschen hier behandelt und vor allem die Frauen misshandelt worden sind, schockiert uns alle sehr. Im Kontrast zu den verschiedenen Zellen, in denen bis zu 150 Frauen auf engstem Raum gefangen gehalten worden sind, sehen wir auch die großzügigen Räumlichkeiten des Gouverneurs. Von den Mauern der Burg können wir das bunte Treiben des nahegelegenen Fischerhafens und des daran anschließenden Marktes betrachten.

Auf unserer Rückfahrt machen wir noch einen kurzen Halt in der Accra Mall und erreichen die Schule gegen 16:00 Uhr. Nach einem köstlichen Abendessen lassen sich einige noch zu einer Stunde Tischtennis und Volleyball motivieren. (Alex)



Tag 10: Samstag, der 28.10.2017

 

Heute Morgen genießen wir die große Auswahl am Frühstücksbuffet unseres Hotels. Anschließend begeben wir uns auf den Weg zum Kakum Nationalpark. Die hohe Luftfeuchtigkeit des Regenwaldes ist für uns ein neues Erlebnis. Mit unserem Guide Samuel starten wir das Dschungelabenteuer. Nach kurzem Aufstieg erreichen wir die 350 Meter langen Hängebrücken und wandern 40 Meter hoch über dem Waldboden von Baum zu Baum. Bevor wir uns an die Hängebrücken wagen gibt der Guide uns einige Infos über den Nationalpark. Von dem ursprünglichen Regenwald in Ghana sind nur noch 10% übriggeblieben. Er weist uns außerdem darauf hin, dass auf einem Baum ungefähr 43 verschiedene Lebewesen hausen und dass es im Nationalpark beispielsweise über 100 verschiedene Affenarten, 219 Elefanten und über 300 verschiedene Vogelarten leben.

Nach den ersten wackeligen Tritten auf den Hängebrücken wächst unser Vertrauen in die Konstruktion und wir genießen den besonderen Spaziergang. Aus der Höhe können wir die imposante Vegetation bewundern. Nach den Hängebrücken folgen wir einem schmalen Trampelpfad durch den Regenwald und werden von Samuel über die verschiedensten Baumarten und ihre medizinischen Einsatzmöglichkeiten informiert. Die Rinde des Baumes Gryphonia African eignet sich beispielsweise sehr gut zum Zähneputzen. Ihre Frucht kann gegen Depressionen helfen und als Schlafmittel verwendet werden. Der Onyina Ceiba Pentandra ist mit einer Höhe von 65 Metern der höchste Baum im Kakum Nationalpark. Die Holzart eignet sich besonders für den Bau von Stühlen und Tischen. Manche Baumarten im Regenwald können über 1000 Jahre alt werden.

Auf dem Pfad müssen wir sorgsam unsere Schritte setzen, da die hohe Luftfeuchtigkeit den Boden und die hervorstechenden Wurzeln rutschig macht. Auch kreuzen diverse Insekten und Kleintiere unseren Weg. Die Geräuschkulisse wirkt auf uns sehr entspannend, so dass uns die schweißtreibende Anstrengung nicht so viel ausmacht.

Auf dem Rückweg halten wir zum Lunch im Hans Cottage an. Mit Blick auf einen Krokodil-Teich bekommen wir 60 Spring Rolls serviert. Besonders schön zu beobachten ist die Vogelwelt, die an den Bäumen im Teich sesshaft ist. Von einer Mitarbeiterin werden wir zu den Krokodilen geführt. Nach mehreren Anlockversuchen kommt ein Krokodilweibchen aus dem Wasser und gibt uns die Chance, sie zu streicheln. Der Rücken fühlt sich wie eine Art Panzer an, die Bauch- und Beinregionen sind dagegen sehr weich.

Den Nachmittag verbringen wir im Coconut Beach Resort mit Schwimmen, Beachvolleyball und Erholung. Nach dem Abendessen genießen wir beim Gitarrenspiel das Meeresrauschen und beobachten faszinierende Wetterleuchten am Horizont. (Anni)



Tag 9: Freitag, der 27.10.2017

 

Heute beginnt unser erster mehrtägiger Ausflug. Wir wollen zu dem Küstenort Elmina fahren, dort werden wir die nächsten drei Tage verbringen und zwei Nächte im Coconut Grove Beach Resort schlafen. Außerdem steht auf der Tagesplanung ein Besuch der Schule „Baobab“. Der Weg führt uns parallel zur Küste Richtung Westen vorbei an einem Stausee, der für die Wasserversorgung der Hauptstadt zuständig ist.  Wir fahren durch verschiedene Dörfer, die sich mit den vielen Verkaufsständen am Straßenrand nicht viel von Ashaiman unterscheiden. Je weiter wir fahren desto stärker nimmt die Besiedlung ab. Nur noch vereinzelt sehen wir Dörfer und ab und zu mal alleinstehende Hütten oder Häuser. Ansonsten sieht man von der Straße aus sehr viel Wald und weite, grüne Landschaften, mit vielen Gräsern, Bäumen, Palmen und Pflanzen, die für uns unbekannt sind.

Nach vier Stunden Fahrt erreichen wir die Schule „Baobab“. Der erste Eindruck, den wir von der Schule bekommen, erinnert uns eher an ein sehr schönes Dorf mit runden Häusern, die bunt bemalt sind und an einen schön angelegten Park. Wir werden sehr freundlich von der Gründerin Frau Edith de Vos empfangen. Sie hat 2001 das Projekt ins Leben gerufen und 2005 die Schule gegründet. Insgesamt wird die Schule von 100 Schülerinnen und Schülern besucht. Alle können dort schlafen, essen, lernen und leben. Dazu müssen sie jedes Quartal 30 Cedis bezahlen, das entspricht in Deutschland 6 Euro. Natürlich deckt dieses Geld nicht annähernd die Kosten ab, sondern ist lediglich ein symbolischer Beitrag. Ansonsten finanziert sich die Schule von Spenden und den eigenen Einnahmen durch ihre Produkte. Die Gründerin legt speziell Wert darauf, Schüler aufzunehmen, die vorher keine Möglichkeit hatten zur Schule zu gehen. Deshalb kommen viele Schüler aus sehr armen Familien und zum Teil sogar von der Straße, weil sie von den Familien ausgesetzt worden sind. Auch körperlich und geistig behinderte Kinder werden hier aufgenommen. Wichtig für Madame Edith ist der praktische Unterricht, in dem verschiedene handwerkliche Fertigkeiten erlernt werden. Da die meisten Schüler keine bis wenig Vorbildung haben, ist das eine gute Alternative, die Schüler gut auf das Berufsleben vorzubereiten. Unter anderem gibt es die Fächer Nähen, Werken, Reparieren, Batik, Kochen, Weben und Landwirtschaft. Es gibt auch einen theoretischen Teil, doch oft können die Kinder nicht einmal Englisch sprechen, wenn sie zur Schule kommen.

Während des praktischen Unterrichts werden verschiedene Produkte hergestellt wie zum Beispiel Möbelstücke, gewebte Handarbeiten, genähte Taschen (ähnlich wie die Herstellung bei Trashy Bag).  Das Grundstück ist insgesamt 16 Hektar groß und bietet somit genügend Platz, um Kräuter und 60.000 Ananasfrüchte anzubauen, die dann auf lokalen Märkten zum Verkauf angeboten werden.

Alles wirkt sehr organisiert und die Lehrräume sind sehr gut ausgestattet. In der Lehrküche gibt es vier Herde, im Web Bereich zwölf Webstühle und im Werk Bereich sehr gute Maschinen und Werkzeuge. Wir haben alle das Gefühl, dass die Schule eine sehr gute Arbeit leistet und die Schüler gut auf ihr Leben nach der Schule vorbereiten kann. Außerdem bietet sie den Kindern Schutz.

Zum Schluss essen wir noch einen kleinen Snack, der von der Schule selbst gebacken wurde und probieren besondere ghanaische Getränke. Danach machen wir uns auf den Weg zum Hotel, wo wir am Meer unter Palmen entspannen können. (Anneli)



Tag 8: Donnerstag, 26.10.2017

 

Nach dem Frühstück sehen wir von unserer Dachterrasse aus die ersten Schülerinnen und Schüler in ihren Uniformen zur Schule kommen und gehen voller Vorfreude zur alltäglichen Morning Assembly in den Innenhof der Schule.

Dabei stellen die Kinder sofort unter Beweis, wie lernfähig sie sind, denn sie singen lautstark und textsicher das neu gelernte Lied „Savior God“, was uns sehr beeindruckt.

Um den Kindern Deutschland näher zu bringen, starten wir heute mit den beim letzten Besuch in der Accra Mall eingekauften Lebensmitteln, die eigentlich für gestern geplante Waffelbackaktion. Auf der Dachterrasse rühren wir den Teig an und backen anschließend die Waffeln, um diese später nach und nach an alle Schülerinnen und Schüler zu verteilen. Trotz einiger Komplikationen, wie dem gestrigen Stromausfall und dem statt Weizenmehl verwendeten Maismehl, schmecken die Waffeln zwar nicht wie Zuhause, aber unseren ghanaischen Freunden schmecken sie dennoch sehr gut. Während des Backens fällt in einem unserer Räume ein Wasserschaden auf, der durch ein undichtes Rohr unterhalb des Waschbeckens verursacht worden ist. Ein Klempner soll den Schaden morgen beheben.

Als wir die Waffeln auf die Kinder verteilen, fällt uns der konstante Lärmpegel auf, der für uns sehr ungewohnt ist.  In der Schule ist es andauernd laut, da die Wände sehr hellhörig und Fenster und Türen ständig geöffnet sind. Die Schüler haben somit nie Ruhe, um sich zu konzentrieren.

In der Mittagspause üben wir mit den Kindern der Klassenstufen 8 und 9 wieder das Lied „We are the World“, da wir planen, dieses Lied mit allen Kindern der Schule am letzten Mittwoch gemeinsam im Worship zu singen.

Gerrit begibt sich an die 2 Drucker, die sicher verpackt im Storeroom warten. Der Schulleiter stellt bei einem Gespräch eindeutig fest, dass der Farb-Laserdrucker im Computerraum auf dem Tisch des Lehrers verbleibt. Der Schwarz-/Weiß-Laserdrucker ist hingegen für das Sekretariat vorgesehen. Gerrit stellt beide an den gewünschten Orten auf und schließt sie mit einem Patchkabel an. Dadurch erreicht er sie mit seinem Notebook, kann sie konfigurieren und z.B. auch in das WLAN mit einbinden. Somit sind die Patchkabel hinfällig geworden und werden wieder eingelagert. Falls das WLAN ausfallen sollte ist es immer noch möglich die Drucker mit dem Patchkabel am Switch anzuschließen, um ihre Funktionalität wiederherzustellen.

Auf allen Computern im IT-Raum installiert er außerdem die Treiber für die Drucker und fügt sie hinzu. Auch das Netzlaufwerk „Pupils Directory“ fügt er währenddessen jedem Computer im Explorer hinzu. Die Schüler haben somit Zugriff auf das Verzeichnis und können ihre Daten an einem lokalen Ort gesammelt abspeichern. Dem Lehrer-PC wird neben dem Schülerverzeichnis u. A. auch noch das „Teachers Directory“ zur Verfügung gestellt. Dort können Lehrer ihre Daten passwortgeschützt zwischenspeichern.

Als Letztes erstellt Gerrit einen Benutzer auf der NAS für unser Projektteam sowie ein eigenes Verzeichnis (Projektordner) in dem man sich mit dem Benutzer anmelden muss, um Zugriff zu erhalten. Dort können wichtige Dokumente, Berichte oder z.B. Fotos gespeichert werden. Auch Kuffour bekommt seinen eigenen Benutzer mit Zugriff auf die Verzeichnisse der Schüler, der Lehrer und auf sein neues Eigenes.

Nach dem Unterricht spielen wir, während unsere Lehrerinnen Materialien und Sachspenden im Storeroom auspacken und einräumen, wieder kleine Spiele wie Basketball, Volleyball, Tischtennis und Badminton mit den Lehrern und Schülern des WEC.

Am Abend fallen uns schon einige Fortschritte der Baustelle auf. Wir sind begeistert, wie schnell sich der Bau weiterentwickelt. Aus den mühselig hergestellten Mauersteinen sind in Windeseile neue Wände und bereits ein Teil der Decke gebaut worden. Das wäre durch die erschwerten Umstände der Sonneneinstrahlung und die drückende Hitze für uns Europäer eine beinahe unlösbare Herausforderung.

Voller Vorfreude schauen wir nun auf das mit vielen Highlights geplante vor uns liegende Wochenende. (Lea)



Tag 7: Mittwoch, der 25.10.2017

 

Der heutige Tag beginnt mit dem „Worship“. Dieser Schulgottesdienst findet jeden Mittwoch an allen christlich geprägten Schulen in Ghana statt.  Muslimische Schülerinnen und Schüler müssen nicht daran teilnehmen, jedoch wird der WEC zu 95 % von Christen besucht, folglich ist der Schulhof gut gefüllt.

Dieser Bestandteil des Stundenplans wird nicht von einem Pastor geleitet, sondern von den Lehrkräften der Schule, die diesen abwechselnd gestalten. Wie auch bei der alltäglichen Morning Assembly sorgen die Kinder mit zahlreichen Liedern und begleitenden Instrumenten für musikalische Akzente und positive Laune. In den morgendlichen 45 Minuten wird der christliche Glauben durch gemeinsames Singen, Tanzen und Beten gestärkt.

Während wir im alltäglichen Schulunterricht und im Kindergarten aktiv involviert sind, besorgen unsere Lehrkräfte Werkzeugkisten in Tema, die mit Werkzeugen aus Deutschland befüllt werden. Zudem werden weitere mitgebrachte Werkzeuge nach ihrem Verwendungszweck geordnet und bis zur Fertigstellung der Schulwerkstatt im Storeroom eingelagert. Normalerweise ist für den heutigen Tag eine Waffelbackaktion geplant, die auf Grund von Stromausfall leider auf Morgen verschoben werden muss. Diese Planänderung veranlasst uns dazu, an weiteren Unterrichtsstunden aktiv teilzunehmen. Die Klasse 4 behandelt das Thema „Moral und Ethik“. Dort können wir sehr gut zusammen mit den Schülern des WEC die deutschen und ghanaischen Werte vergleichen und austauschen. Es ist sehr überraschend, wie ähnlich unsere Ansichten in manchen Punkten sind. Es gibt jedoch auch deutliche Unterschiede. In der Unterrichtsstunde „Social Studies“ der Klasse 6 bekommen wir die Chance, die Umweltbelastungen und deren Lösungen zwischen unseren beiden Ländern zu vergleichen. Die ghanaischen Schüler sind begeistert, wie gut die Mülltrennung und -entsorgung in Deutschland geregelt sind.

Gerrit setzt heute sein IT-Projekt weiter fort. Um ein Kabel vom Computerraum bis zum Sekretariat zu legen, wird die 300-Meter-Cat.5-Kabelrolle benötigt. Im Sekretariat erreicht das Kabel den ebenfalls neu angebrachten 8-Port Switch. Er wird hier der Knotenpunkt für den neuen Access-Point sowie den späteren Drucker und weitere zukünftige netzwerkfähige Geräte sein. Da der Switch über PoE (Power over Ethernet) verfügt, ist es nicht nötig, den Access Point im Sekretariat neben dem Datenkabel über eine andere Quelle mit Strom zu versorgen, der Switch bietet genug Strom über das Datenkabel, um diesen zu betreiben.

Zum Abschluss hat Gerrit für den von der Firma Schübo gespendeten Werkzeugkoffer ein umfangreiches Inhaltsverzeichnis verfasst. Dieses wird zu einem späteren Zeitpunkt noch übersetzt und in laminierter Form in den Koffer gelegt. 

In der Mittagspause kommt die musikalische Ader mancher Mitreisender und der einheimischen Schüler zum Einsatz. Der Liedtext von „We are the World“ ist auf Papier gebracht und für die Schüler ausgedruckt. Von einer Gitarre begleitet, studieren wir das Lied mit den Klassen 8 und 9 ein. In nächster Zeit ist geplant, das Lied auch mit den jüngeren Klassen zu üben, um anschließend gemeinsam im Chor zu singen.

Nach dem offiziellen Unterricht fahren 23 Mädchen der Schule mit Frau Feldheim, Herrn Haasner und Mr. Fredrick nochmals zu Don Bosco, wo sie Volleyball, Basketball und Fußball spielen. Die Kinder genießen das großzügige Platzangebot und sind volle Freude aktiv. Im WEC spannen wir das Volleyballnetz und bauen die Tischtennisplatte auf. Zudem springen wir mit den jüngeren Schülerinnen und Schülern Seil und sind bis zum Sonnenuntergang sportlich aktiv. (Laura)



Tag 6: Dienstag, der 24.10.2017

 

Die Schülerinnen und Schüler des WEC erhalten weitere Unterstützung, um sich auf das Berufsleben vorzubereiten. Die Schüler der Klassen sieben, acht und neun sind zu Besuch in der Secondary School „Don Bosco“ in Ashaiman, um einen Einblick in deren Unterrichtskultur zu erhalten. Neben den Schülern und Lehrern des WEC sind auch unsere drei Lehrkräfte und eine Schülerin in der Schule unterwegs. Vor drei Jahren haben wir den ersten Kontakt zwischen dem WEC und „Don Bosco" hergestellt. Es folgten Infoveranstaltungen und Betriebsbesichtigungen für Schüler und Eltern.

„Don Bosco“ ist vergleichbar mit einer technischen Berufsschule, die die Schüler nach der Primary School ausbildet. Die Ausbildung dort besteht aus theoretischer, praktischer und außerschulischer Bildung. Die meisten Schüler sammeln bei „Don Bosco“ ihre ersten praktischen Erfahrungen in den Bereichen Elektronik und Handwerk. Die Schule verfügt über verschiedene Räumlichkeiten, wie z.B. eine Kfz-Werkstatt, Elektronikräume, Werkräume und einen Raum ausgestattet mit Schreibmaschinen, in denen die Jugendlichen ihre technischen Fähigkeiten verbessern können. Auch wöchentliche Workshops in diesen Tätigkeitsfeldern sollen den Schülern bessere Berufsperspektiven ermöglichen. Durch zahlreiche ehemalige Volunteers, die dort einige Zeit verbracht haben sowie die Kooperation mit GIZ (Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit) besteht eine direkte Verbindung nach Deutschland und Österreich. Die Schüler von „Don Bosco“ haben nach ihrem Abschluss auch die Möglichkeit, an der Schule als „Instructor“ zu arbeiten.

Unsere Lehrkräfte sowie eine Schülerin besichtigen die Räumlichkeiten, in denen die praktischen Arbeiten verrichtet werden und nutzen die Besichtigung als Inspirationen für die zukünftige Werkstatt des WEC. Der Schulleiter schlägt uns vor, „Toolboxes“ zu kaufen, um die nach Ghana mitgebrachten Sachspenden unterzubringen. Mark Antony betont, dass Projekte wie Unterrichtsbesuche auch von anderen Schulen in der Umgebung von Ashaiman durchgeführt werden sollen, da diese Unterstützung in der Region noch fehlt.

Die Schüler des WEC nehmen in Kleingruppen in verschiedenen Klassen am Unterricht teil. Es wird schnell deutlich, wie groß die Schule und die Klassen sind. Mit einer Klassengröße von ungefähr 40 Schülern ist die Lautstärke sehr hoch und der Unterricht manchmal etwas unverständlich. Trotzdem bringen sich die Schüler des WEC gut in den Matheunterricht ein und lösen nicht nur die gestellten Aufgaben, sondern tragen auch mit ihrem Wissen zu dem Unterrichtsgeschehen bei. Das zeigt, dass die ghanaischen Schüler diese einmalige Möglichkeit nutzen und zu schätzen wissen. Sie besitzen den Mut sich aufmerksam am Unterricht zu beteiligen und sind stark an ihren beruflichen Perspektiven interessiert.

Der vorherige Tag hat jedoch gezeigt, wie wenig Wissen die Schüler über Elektronik und Arbeitsprozesse in Unternehmen mitbringen. Heute erfahren die Kinder im Physikunterricht, wie ein Stromkreislauf funktioniert und sind schockiert darüber, dass man den Strom nicht sehen kann.

Während des Unterrichts wird deutlich, wie wichtig die praktische Arbeit für die Schüler und wie bedeutsam die Errichtung und Ausstattung der Werkstatt im WEC ist.

Auch wenn viele Schüler für sich beschließen, dass sie die Schule „Don Bosco“ nach ihrem Abschluss nicht besuchen möchten, ist die Kooperation mit der Schule ein gelungenes Projekt, welches auch in Zukunft weitergeführt wird. Das Projekt regt die Schülerinnen und Schülern dazu an, über ihre berufliche Zukunft nachzudenken.

Während der Unterrichtsbesuch bis mittags andauert, unterstützt der Rest der Gruppe den Unterricht der verbleibenden Klassen des WEC. Wir bringen uns in den Französisch- und Kunstunterricht ein, wo wir neue Unterrichtsmethoden kennenlernen. Auch im Kindergarten helfen wir den Erziehern bei der Arbeit, indem wir die Kinder füttern und mit ihnen spielen.

Gerrit, unser IT-Experte, arbeitet an seinem Projekt weiter. Heute ist der erste Tag der Projektdurchführung. Die NAS ist auf dem kleinen Serverschrank („Rack“) im ICT-Room/Computerraum installiert und hat durch ein 1m Cat.5 E Patchkabel eine ausreichend schnelle Verbindung zum Switch sowie allen dahinterstehenden Clients im Netzwerk. Maxwell wird außerdem die Einrichtung der Netzlaufwerke der NAS an einem PC beispielhaft gezeigt, sodass er später auch eigenständig neue PCs einrichten kann. 

Neben der NAS installiert Gerrit ebenfalls 2 Access Points, jeweils einen im Computerraum beim Router und einen im Lagerraum, auf der anderen Seite des Gebäudes. Somit ist ein großer Bereich des Geländes mit gutem WLAN-Empfang abgedeckt und es verbleibt nur noch ein Access Point, der in der Bibliothek/im Sekretariat installiert werden muss. Für den Access Point im Lagerraum hat er ein 20m Cat.5 Patchkabel vom ICT-Raum bis zum Lagerraum unter dem Dach entlang fixiert. Das Kabel liegt bis auf die Höhe des Schulleiterbüros im ersten Stock und wird dort an einer Säule runter ins Erdgeschoss zum Lagerraum geführt. Durch ein passendes, kleines Loch führt es ins Innere des Raumes und direkt in den Access Point. Der Switch im Computerraum unterstützt leider kein PoE (Power over Ethernet), weshalb es nötig ist den Access Point durch eine externe Quelle mit Strom zu versorgen. Gerrit fährt ein weiteres Mal zum Markt nach Ashaiman, um sich vor Ort eine Verlängerung von 8m Länge machen zu lassen. Diese wird im Raum montiert und mit Clips und Nägeln an der Wand sicher befestigt. Nach der erfolgreichen Inbetriebnahme der Access Points nimmt er das WLAN-Modem des Routers außer Betrieb.

Am Abend trifft er sich mit dem Schulleiter Kouffur und erörtert mit ihm den anstehenden Rollout der Notebooks und etwaige Änderungen am bestehenden Netzwerk. Der Schulleiter möchte unter anderem gerne ein eigenes, gesichertes Laufwerk auf der NAS.

Um 15.30 Uhr fahren Frau Feldheim und Herr Haasner mit 44 ghanaischen Schülern und einer Lehrkraft in einem Kleinbus, der nur für 18 Schüler und einen Busfahrer ausgelegt ist, auf den Sportplatz der Schule „Don Bosco“, um dort mit den Kindern Volleyball, Basketball und Fußball zu spielen. Wir führen hier in der Schule kleinere Sportaktivitäten und Spiele, wie z.B. Seilspringen, Tischtennis, Basketball und Klatschspiele in kleiner Runde durch. Die gemeinschaftliche sportliche Betätigung hat uns den ghanaischen Schülern noch nähergebracht und wir freuen uns, auch wenn wir nun völlig erschöpft sind, in die strahlenden Kinderaugen zu sehen.

Der heutige Tag ist ein sehr wertvoller Tag für die Zukunft des WEC, da der bestehende Kontakt zu der beruflichen Schule „Don Bosco“ intensiviert worden ist und die zukünftige Werkstatt mit praktischen Möbelstücken und Werkzeugen ausgestaltet werden kann. (Helena)



Tag 5: Montag, der 23.10.2017

 

Heute beginnt Gerrit sein IT-Projekt. Er zeichnet neue Plänen für das gesamte Schulareal sowie die einzelnen Gebäudeteile, aufgeteilt in Etagen mit Räumen und korrekter Bezeichnung. Der nächste Schritt ist die Verkabelung. Bisher gibt es nur ein Netzwerk innerhalb des Computerraums, alle weiteren Computer außerhalb dieses Raumes sind nicht im Netzwerk und haben kein Internet. Aber nicht nur diese sollen mit ins Netzwerk aufgenommen werden, sondern auch ein paar andere netzwerkfähige Geräte, die von Effexx gespendet und aus Deutschland mitgebracht worden sind. Darunter befinden sich vier Notebooks mit Windows 7 und 8, ein kleiner Server (NAS → Network Attached Storage) und vier Access Points, um alle wichtigen Bereiche und Räume der Schule mit WLAN zu versorgen.

Bei seinen Arbeiten wird Gerrit von Maxwell, dem IT-Zuständigen der Schule unterstützt. Bei der Vernetzung von Lagerraum und Sekretariat treten unterschiedliche Herausforderungen auf. Das Sekretariat befindet sich in einem anderen Gebäudeteil auf der anderen Seite des Schulhofs. Dort sollen ein Access-Point und ein Drucker installiert werden. Bereits vorhanden ist ein PC. Im Lagerraum hingegen sind ein Access-Point und ein Notebook geplant. Der zweite Drucker und ein Access Point sollen im Computerraum bleiben. Das WLAN vom Router wird dann abgeschaltet. Der vierte Access Point ist im neuen Gebäudekomplex geplant. Dieses wird voraussichtlich im Februar 2018 fertiggestellt, weshalb der Access Point vorerst für die spätere Installation von Maxwell eingelagert wird.

Die Verkabelung ist jetzt so geplant, dass ein Kabel vom Computerraum bis zum Lagerraum gelegt wird. Dort wird der Access Point angeschlossen, der dann auch ein genügend starkes WLAN für das Notebook bietet, sodass hier der normalerweise benötige Port wegfällt. Außerdem muss ein ca. 35m langes Patchkabel vom Computerraum bis zum Sekretariat installiert werden. Dieses wird zuerst analog zum ersten Kabel gelegt und von da aus dann zum Sekretariat gezogen. Dort ist zur Anbindung aller Clients dann ein 8-Port PoE-Switch geplant.

Für die Umsetzung des Vorhabens nehmen wir einige Taxifahrten in Kauf. In Accra bzw. Ashaiman müssen noch ein 35 Meter Cat. 5 Kabel (zu kaufen sind nur 300 Meter), eine Crimpzange und 10 RJ45 Stecker besorgt werden. Damit sind die Vorbereitungen abgeschlossen und die Installation kann beginnen.

Parallel dazu ist der Rest unserer Gruppe mit 15 Schülern aus den Klassen 8 und 9 nach Accra gefahren, um eine Betriebsbesichtigung bei Atlantic International Holding Company Ltd. zu machen. Das 1976 gegründete Unternehmen beliefert Stromversorger mit technischen Komponenten für die Stromverteilung an Endverbraucher und bietet Komplettlösungen im Bereich der technischen Büroausstattung (Klimaanlagen, Kopierer, Drucker, PCs, Server etc.). Die rund 200 Mitarbeiter werden von einem Vorstandsvorsitzenden geleitet, der in Deutschland geboren worden ist und in München studiert hat. Beim Empfang unserer Gruppe und der anschließenden Betriebsbesichtigung sind internationale Qualitätsstandards nicht zu übersehen: Pünktlichkeit, Sauberkeit und straffe Organisation sind feste Bestandteile der Unternehmenskultur. Während des Rundgangs bekommen die ghanaischen Schülerinnen und Schüler wichtige Hinweise über erfolgreiche Bewerbungsverfahren. Für sie sind diese Erfahrungen im Hinblick auf ihre Berufsorientierung äußerst wertvoll.

Anschließend fahren wir zu „Trashy Bags“, wo aus Plastikmüll aller Art Taschen und mehr gefertigt werden. Hier muss einiges für den „WannaBuy“-Shop in unserer Schule eingekauft werden. Die Einnahmen, die wir durch „WannaBuy“ erzielen, fließen zurück an das WEC-Projekt in Ghana. (Gerrit)



Tag 4: Sonntag, der 22.10.2017

Heute können wir eine halbe Stunde länger schlafen, der Wecker klingelt erst um 6:30 Uhr. Nach dem gemeinschaftlichen Frühstück haben wir die Gelegenheit, die vergangenen Tage zu reflektieren und uns über die unterschiedlichen Eindrücke untereinander auszutauschen. Die Lebensverhältnisse der Menschen, die wir in der kurzen Zeit beobachten konnten, sind für uns unvorstellbar, aber dennoch fällt uns auf, wie gut sich die Menschen damit arrangieren. Mittlerweile gewöhnen wir uns an das warm-feuchte Klima und sind fasziniert von dem pulsierenden Leben auf den Straßen Ashaimans.

Anschließend warten wir auf Nancy, die uns am Vorabend zum Besuch des Sonntagsgottesdienstes in der „Mega Church“ in Tema eingeladen hat. Wir fahren mit einem öffentlichen Kleinbus in die nahe gelegene Kirche und sind überrascht von der musikalischen Untermalung des Gottesdienstes.

Nancy hat sich für die Kirche besonders elegant gekleidet. Sie trägt eine weiße Bluse und darüber ein grün blau gepunktetes Kleid. Seit Tagen beobachten wir, dass die Ghanaer im Alltag großen Wert auf ihre Kleidung und ihr Erscheinungsbild legen. Heute ist jedoch ein besonderer Tag, an dem die Frauen lange und maßgeschneiderte Kostüme tragen und durch ihre Perlenketten und große Ohrringe auffallen. Der saubere Parkplatz vor der modernen Kirche und die teuren Autos stehen in einem direkten Kontrast zu der umliegenden Umgebung.

Für uns ist der Gottesdienst ein sehr prägendes Erlebnis, da die Ghanaer ihre Gottesdienste ganz anders zelebrieren als wir Deutschen. Der Gottesdienst beginnt mit einer musikalischen Einlage einer Ghanaerin, die mit kräftiger Stimme und einem Chor im Hintergrund „the Lord“ preist. Die Menschen in der Kirche singen und bewegen sich zu der energiegeladenen Stimme der Sängerin und auch wir stimmen in das Lied ein. Der Gottesdienst ist auf Englisch und Teile der Predigt werden vorne auf Bildschirmen übertragen, sodass wir der Rede des Pastors folgen können. Wir fühlen uns sehr willkommen und genießen die positive Atmosphäre und Tanzeinlagen der Kirchenmitglieder.  Im Anschluss an den Gottesdienst haben wir die Gelegenheit, dem Pastor einige Fragen zu stellen. Er erklärt uns den Begriff „Tithes“, welcher uns im Laufe der Messe häufiger zu Ohren gekommen ist.  Tithes bezeichnet 10% des Einkommens, das die Ghanaer nach jedem Gottesdienst an die Kirche entrichten. Die Einnahmen gehen an Krankenhäuser, Kindergärten oder an andere Institutionen, die nicht über ausreichende finanzielle Mittel verfügen.

Anschließend fahren wir mit dem öffentlichen Kleinbus für fünf Cedis pro Person zurück in die Schule und ruhen uns gemeinsam auf der Dachterrasse aus. Um 16.00 Uhr brechen wir zu Fuß zu einem Rundgang im Ashaiman-Viertel auf und lassen uns von Koffur das Stadtviertel zeigen. Dies ist unsere erste Gelegenheit, mehr von unserer unmittelbaren Umgebung zu Fuß zu erkunden. Die Menschen hausen in kleinen selbsterrichteten Blechhütten, die notdürftig präpariert sind. Die Straßen sind nicht gepflastert und wir laufen über sandigen und staubigen Untergrund. Wir kommen an einem kleinen Stausee vorbei (genannt „the dam“), den wir auch von unserer Dachterrasse aus betrachten können. Kinder spielen in dem Wasser, welches gleichzeitig auch zur Autowäsche genutzt wird. Das Ufer des „Dam“ ist von Abfall übersät und wir suchen uns einen Weg durch den Plastikmüll. Der Schulleiter betont, dass für ihn der Abfall Normalität sei und er es nicht anders kenne, weil er damit aufgewachsen sei. Wir nehmen uns vor, die Kinder für die Müllproblematik zu sensibilisieren und gemeinsam mit ihnen das Schulgelände von Müll zu befreien.

Begleitet von Gitarrenmusik und Gesang (z.B. „I Love Rock n Roll“ und „Is This The Life“) lassen wir den Abend auf der Dachterrasse ausklingen. (Fabi)



Tag 3: Samstag, 21.10.2017

 

Um 4:30 Uhr werden wir von dem Geschrei eines Predigers unsanft geweckt, der direkt hinter dem Schulgebäude vor unseren Zimmerfenstern mit einem Megaphon zwei Stunden lang Botschaften verkündet.  Kurz nach 8:00 Uhr fahren wir mit dem Schulbus nach Accra, um Geld zu tauschen und die Stadt zu besichtigen. Uns begleiten Nancy, eine RME-Lehrerin (Religion and Moral Education) mit den Schülerinnen Tracy und Melody sowie dem Schüler Steven. Auf dem Weg müssen wir noch tanken und erreichen gegen 9:00 Uhr die Accra Mall, wo wir als erstes Geld tauschen beziehungsweise abheben. Beim anschließenden Rundgang staunen wir über die Mischung aus internationalen Supermärkten, bekannten Marken und traditionellen ghanaischen Handwerksprodukten sowie Kleidern aus landestypischen, farbenfrohen Stoffen. Uns fällt auch die angenehme und ruhige Art auf, die die Menschen beim Einkaufen ausstrahlen. Wir decken uns mit der nötigen Verpflegung für den Tag ein und beginnen unsere Stadtrundfahrt.

Als erstes fahren wir am Sitz des Präsidenten vorbei, gegenüber befindet sich ein großes Areal mit Mietshäusern für die Mitarbeiter der Polizei von Accra. Von da aus folgen wir den Empfehlungen von Nancy und unserem Busfahrer, die uns einige für Touristen untypische Orte der Hauptstadt zeigen. Entlang eines großen Stadtfriedhofs kommen wir zum zentralen Busbahnhof, von dem moderne Überlandbusse in alle Landesregionen starten (ein Eisenbahnnetz existiert hier nicht). In direkter Nachbarschaft befindet sich ein großer Markt, auf dem der Durchschnittsghanaer seine täglichen Lebensmittel aber auch Einrichtungs- und Ausstattungsgegenstände für Wohnungen und Häuser kauft. Die beiden großen modernen Einkaufszentren bleiben den Besserverdienern und Auslandsgästen vorbehalten. Wir betrachten das sehr geschäftige und unübersichtliche Marktgeschehen nur aus unserem Bus heraus.

In der Nähe des Flughafens befahren wir ein weitläufiges, parkähnliches Militärgelände der Armee und Marine. Beim Vorbeifahren betrachten wir die sehr gut ausgestatteten Sportstätten, große Wohnanlagen für Soldaten und ihre Familien wie auch gepanzerte Wagen, darunter auch zahlreiche weiße UN-Militärfahrzeuge. Unmittelbar vor den Toren der Militäranlage befindet sich der repräsentative Hauptsitz des Verteidigungsministeriums.

Wir fahren weiter zur „University of Ghana“, welche die größte und bekannteste der 15 Universitäten Ghanas ist. Hier führt uns ein Security Mitarbeiter über den Uni-Campus und stellt uns einige Fachbereiche wie z.B. Chemie, Biologie, Geographie und Justiz vor. An einem zentralen Platz des Clock-Towers der Universität steht eine Statue von Mahatma Gandhi, der die Errichtung der Bildungseinrichtung gefördert hat. Um alles im Blick zu behalten, dreht sich die Statue einmal am Tag um die eigene Achse.

Nach einem kurzen Besuch der Bibliothek, die 24 Stunden geöffnet ist, gehen wir weiter zum botanischen Garten der Universität. Auf unserem Weg kommen wir an vollbesetzten Prüfungsräumen vorbei und erfahren, dass an jedem Tag der Woche Prüfungen abgehalten werden. Wir wundern uns über die offenen Fenster und Türen sowie im Außenbereich sitzenden Prüflinge während der Prüfungen. Eine große Studentengruppe kommt uns mit lauten Gesprächen entgegen – Prüfungsruhe ist hier anscheinend nicht üblich.

Im botanischen Garten sehen wir Akazien, Mangobäume, Bambusstauden in gigantischer Stärke und Termitenbauten, die sich bis zu 2 Meter Höhe erstrecken. Bei dem zweistündigen Rundgang sind wir zum ersten Mal der ghanaischen Sonne ausgesetzt und einige bekommen den ersten Sonnenbrand.

Als wir die touristischen Attraktionen der Stadt (Kunsthandwerkermarkt und Independence Square) besuchen wollen, werden wir nach kurzer Fahrt durch einen Verkehrsstau gestoppt und müssen den Plan aus Zeitgründen ändern. Im Stau stehend überrascht uns eine aggressiv herbeieilende Kolonne moderner, hochwertiger Autos mit lauter Musik und jungen Menschen, die jubelnd im Fensterrahmen sitzen. Erstaunlich für uns ist der Umstand, dass zwei Polizei- und ein Krankenwagen Teil der Kolonne sind. Der Grund dieses Spektakels bleibt für uns schleierhaft.

Auf dem Heimweg wählt der neue Schulbusfahrer eine für uns unbekannte Strecke und uns erschließen sich völlig neue Bilder: Links und rechts sehen wir einfachste Blechhütten stehen, die als Familienhäuser dienen; Bretterverschläge über den offenen Abwasserkanälen am Straßenrand, die als Toiletten genutzt werden; schlafende Menschen, die im Staub und Dreck zwischen den Hütten liegen und lautstarke Fußballfans, die sich zum „Public Viewing“ unter einem Sonnendach versammelt haben, um die Spiele der Premier League zu verfolgen.  

Die Menschen leben hier auf engstem Raum und teilen sich den diesen mit Nutztieren aller Art. Dazwischen stehen kaputte Elektrogeräte, Schrottautos und entsorgte Motorräder.

Im WEC um 16 Uhr angekommen, hat Grace für uns Hähnchen mit einer großen Portion Gemüsereis vorbereitet. Wir laden unsere ghanaischen Begleiter zum Abendessen ein und genießen ihre Gesellschaft.

Unmittelbar nach dem Essen holen wir die bestellten zehn Aufbewahrungsboxen in dem ca. ein Kilometer entfernten Laden ab und testen das neu angeschaffte Tischtennisnetz.

Mittlerweile ist es kurz vor 18 Uhr und wir müssen uns für den Abend vorbereiten, d.h. Mückenspray auflegen, lange Anziehsachen anlegen trotz ca. 30 Grad Außentemperatur. Kuffour besucht uns und wir spielen bis zu seinem Aufbruch „6 nimmt“. Die die restlichen Stunden spielen wir „Tabu“. (Alex)



Tag 2: Freitag, 20.10.2017

 

Schon gestern bei unserer nächtlichen Ankunft ist uns die Baustelle im Schulkomplex aufgefallen. Heute Morgen bei Helligkeit erkennen wir die Größe der Baustelle und erfahren von dem Schulleiter Kuffour, dass der alte einstöckige Gebäudeteil im Juli abgerissen worden ist, um das Schulgelände räumlich optimal zu nutzen, indem ein zweistöckiger Neubau entsteht. So sollen zusätzliche Räume für die Schul- und Lehrküche sowie Werkräume entstehen. Damit wird der Wilhelm Educational Complex ein Alleinstellungsmerkmal in der Umgebung im Hinblick auf berufliche Basisbildung vergleichbarer Schulformen erlangen. Der Bau wird aus den Mitteln des „Freundeskreises humanitäre Hilfe Ghana e.V.“ finanziert und in Höhe von 10.000 Euro von der Deutschen Botschaft unterstützt. Während unserer Zeit soll noch das Dach gedeckt werden und die Fertigstellung ist für Februar 2018 geplant. Das Bauvorhaben ist mit ca. 350.000 Cedis (70.000 Euro) veranschlagt.

Nach dem Frühstück verfolgen wir voller Spannung die Morning Assembly, bei der wir uns der gesamten Schüler- und Lehrerschaft vorstellen. Voller Lebensfreude singen die Schüler des WEC die Nationalhymne und beten. Anschließend führt uns der Schulleiter durch die Schule. Dann haben wir die erste Möglichkeit, an dem Unterricht teilzunehmen und uns aktiv einzubringen. Nachmittags spielen und singen wir mit den Kindern auf dem Schulhof. Von Berührungsängsten ist von beiden Seiten nichts zu spüren.

Nach Schulschluss treffen wir uns mit allen Lehrerinnen und Lehrern der Schule auf der Dachterrasse. Zur offiziellen Begrüßung werden uns traditionelle Getränke Sobolo und Palmwein in Kalebassenschallen gereicht. Nach einer informellen Gesprächsrunde stellt uns Kuffour alle Kolleginnen und Kollegen in sehr persönlicher Art vor. Bis kurz vor Einbruch der Dunkelheit (ca. 18 Uhr) tauschen wir uns über die geplanten Projektaktivitäten aus, überreichen Gastgeschenke und unterhalten uns in entspannter, privater Atmosphäre.

Die Dunkelheit legt sich wie ein Schleier über die Häuser unseres Stadtteils und lässt die Geräuschkulisse besonders intensiv auf uns wirken. Zu hören sind Motorengeräusche, das Klappern und Hupen vorbeifahrender Autos, Gesang der unterschiedlichen Glaubensgemeinschaften, die Essensvorbereitungen der Nachbarn und das Krähen der Hähne. (Anni)



Tag 1: Donnerstag, der 19.10.2017

 

Nun ist es endlich soweit. Nach langer Vorbereitung treten wir mit sechs Schülerinnen und zwei Schülern sowie drei Lehrkräften die Reise nach Ghana an. Leider kann Ilir aufgrund einer Sportverletzung nicht mitreisen.

Am Morgen treffen wir uns außerhalb von Siegen an einem Autobahnrastplatz, um gemeinsam zum Flughafen Düsseldorf zu fahren. Für die Umsetzung diverser Projekte während unseres Aufenthalts haben wir in den vergangenen Monaten Materialien gesammelt und im Wert von ca. 1000 Euro gekauft, die nun in 14 Koffern verstaut sind. Mit dabei sind von dem Unternehmen effexx gespendete Patchkabel, Datendosen, zwei Drucker, eine NAS (Network Attached Storage), vier Laptops und ein Werkzeugkoffer mit Spezialwerkzeug. Diese Materialien werden von Gerrit, einem angehenden Fachinformatiker für Systemintegration bei effexx, benötigt, um ein Schulnetzwerk aufzubauen. Dieses IT-Projekt bildet einen Schwerpunkt unseres diesjährigen Engagements und ist für die weitere Schulentwicklung von zentraler Bedeutung. Dem Wilhelm Educational Complex sollen sich dadurch neue Möglichkeiten in den Bereichen Schulverwaltung und Förderung beruflicher Basiskompetenzen eröffnen.

Einen zweiten Schwerpunkt unser Projektreise bildet die Einrichtung und Ausstattung einer Lehrwerkstatt im neuerrichteten Gebäudeteil. Unsere Koffer enthalten dafür unter anderem Werkzeug-Sets für Holz- Metall- und Elektroarbeiten, eine Bohrmaschine und mehrerer Wasserwaagen sowie Arbeitsschutz-Ausrüstung. Damit setzen wir die 2015 begonnene Förderung handwerklicher und technischer Berufsorientierung in den Klassen acht und neun fort.

Der Kreis hat uns für den Koffertransport kostenlos einen Kleinbus zur Verfügung gestellt, den unser Hausmeister Ralf Hoffmann wie im letzten Jahr sicher zum Flughafen steuert.

Dank der großzügigen Kulanz von KLM können wir beim Check-In den Projektkoffer von Ilir zusätzlich ohne Aufpreis mitnehmen.

Dem ersten kurzen Flug nach Amsterdam folgt ein fast siebenstündiger Flug von Amsterdam nach Accra, der ebenfalls sehr angenehm ist. Mit Schlafen, Filmschauen und Gesprächen mit anderen Fluggästen verbringen wir die Flugzeit.

In Accra angekommen, müssen wir 40 Minuten warten, bis wir die Passkontrolle durchlaufen. Anschließend finden wir auf dem Gepäckband alle 23 Koffer, fünf Handgepäckstücke sowie eine Meterrolle wieder, die wir anschließend durch den Zoll und aus dem Gebäude bringen.

Vor dem Flughafengebäude werden wir bereits von unseren ghanaischen Freunden (dem Schulleiter und einigen seiner Lehrerkollegen) erwartet und freundlich begrüßt. Mit zwei kleinen Bussen fahren wir nach Ashaiman in den Wilhelm Educational Complex, in welchem wir die nächsten dreieinhalb Wochen leben werden. Der eine Bus ist bis unters Dach mit Koffern beladen, in dem anderen sitzen wir und sammeln die ersten flüchtigen Eindrücke. Sofort fallen uns das laute Hupen und die holprigen Straßen auf. Außerdem macht uns die heiße und schwüle Luft sehr müde.

In der Schule laden wir zunächst alle Koffer aus, bringen unsere persönlichen Gepäckstücke in das dritte Stockwerk und stärken uns mit köstlichen Spring-Rolls und gekühlten Savanna (einem Apfel Cider).

Nach dem Essen bereiten wir unsere Nachtlager vor, die aus selbst stehenden Moskitonetzen, Isomatten und Schlafsäcken bestehen. Mittlerweile ist es bereits 1:30 Uhr (in Deutschland ist es 3:30 Uhr) und es wird Zeit sich hinzulegen. Einige schlafen auf der Dachterrasse, da die Luft erfrischend ist. Wir sind gespannt, was die nächsten Tage und Wochen für uns bereithalten. (Annelie)