Tag 24: Sonntag, 04.11.2018

 

Der letzte Tag in Ghana bricht an. Das letzte Mal vom Muezzin geweckt werden und den Blick von der Dachterrasse aus über Ashaiman genießen. Nach dem Frühstück heißt es, wieder Ordnung in die Wohnung zu bringen. Zelte und Isomatten müssen gereinigt und verstaut werden, die Schlafsäcke und Handtücher übergeben wir an Theresa, die sie dankenswerterweise für die Ghana Reisenden des Projektes 2019 wäscht.

Gegen 13:30 Uhr machen wir uns in Begleitung einiger Lehrer der Schule auf den Weg nach Accra. Dort besuchen wir zunächst noch einmal den Crafts Market, da wir noch letzte Souvenirs erwerben möchten. Anschließend geht es weiter zur Accra Mall, um dort im Supermarkt einige Besorgungen zu erledigen und abschließend gemeinsam mit den Lehrern zu Abend zu essen. Um 18:00 Uhr heißt es ein letztes Mal lange Kleidung und Moskito-Spray auftragen, bevor es zum Flughafen geht. Ab morgen werden wir einen anderen Grund für lange Kleidung haben. Um 22:05 Uhr geht unser Flieger nach Amsterdam und wir hoffen um 7:40 planmäßig in Düsseldorf zu landen.

Wir sind dankbar für die Erfahrungen, die wir machen und die Erinnerungen, die wir sammeln konnten und verlassen Ghana mit einem lachenden und einem weinenden Auge.

Wir verabschieden uns hiermit von Ihnen und Euch und danken für das Interesse an unserem Blog.

(Ghana WG 2018) 



Tag 23: Samstag, 03.11.2018

 

Der vorletzte Tag und der letzte gemeinsame Ausflug – das Ziel ist der Volta Staudamm bei Akosombo. Heute begleiten uns die Schüler Rachel, Emanuel, Christiana und Virginia.

Auf dem Weg halten wir bei Don Bosco an, um dort ein neues Volleyballnetz anzubringen. Wir durften in den letzten 3 Wochen die Sportflächen der Schule unter Tims Leitung nutzen; neben den sportlichen Aktivitäten gibt es seit Jahren unterschiedliche Kooperationen zwischen den beiden Schulen. Dafür bedanken wir uns mit dieser Sachspende. Auf dem weiteren Weg nach Akosombo sitzen einige Baboons (Paviane) am Straßenrand.

Am Damm angekommen erhalten wir eine exzellente Führung, bei der wir alles Wissenswerte über den Damm erfahren. Dieser wurde von 1961 – 1965 erbaut, um für das Unternehmen VALCO Aluminium herstellen zu können. Damals hatte die Anlage 4 Turbinen, 1971 wurden 2 weitere hinzugefügt. Die 6 Turbinen zusammen produzieren 1020 Mega Watt. Da es keine Speicherkapazität gibt, werden diese sofort ins Netz eingespeichert werden. Je nach Bedarf wird eine unterschiedliche Anzahl von Turbinen in Betrieb genommen. Da an einem Samstagmittag viele Betriebe nicht arbeiten und Familien sich zu Beerdigungen und Hochzeiten versammeln, reduziert sich der Stromverbrauch, daher laufen zur Zeit unseres Besuchs lediglich 3 Turbinen. Die Gesellschaft des Voltadamms erzeugt lediglich den Strom, die Verteilung findet über ein anderes Unternehmen statt. Aktuell werden Ghana, Togo, Benin und die Elfenbeinküste mit Strom des Voltastausees versorgt.

Für die Inbetriebnahme des Damms mussten 80.000 Menschen aus 740 Dörfern umgesiedelt werden.  Die gesamte Oberfläche des Dammes beträgt 8.502km² - damit ist er der Oberfläche nach einer der größten künstlich geschaffenen Seen der Welt - und erstreckt sich 400 km nach Norden. Die Staumauer hat eine Höhe von 220 Fuß und eine Länge von 660 Metern. Diese ist in 3 Schichten gebaut und setzt sich aus Stein, Sand und Ton zusammen. Diese natürlichen Materialien ermöglichen eine sofortige Reparatur bei Schäden, da die Materialien in unmittelbarer Umgebung gewonnen werden können. Zudem wurde auf Zement verzichtet, da die Staumauer sich in einer erdbebengefährdeten Zone befindet. Seit Fertigstellung hat es jedoch keine Erdbeben gegeben.

Der Voltasee speist sich durch Regenfälle im Norden Ghanas bzw. aus Burkina Faso. Vor drei Wochen wurde Wasser aus einem Stausee in Burkina Faso abgelassen, was einen Anstieg des Wassers im Voltastausee zur Folge hatte. Der heutige Wasserstand beträgt 263.54 Fuß. Falls ein Maximum von 278 Fuß erreicht wird (wie bspw. in 2010), muss Wasser abgelassen werden. Bei 240 Fuß müssen die Turbinen abgeschaltet werden.

Im Anschluss fahren wir zum Volta-Fluss, um gemeinsam bei einem schönen Ausblick aufs Wasser unser „Lunch“ im Afrikiko-Hotel einzunehmen. Danach starten wir zu einer Bootstour, die uns an den Fuß des Damms führt, den wir vorher von der Krone aus betrachtet haben. Ein besonderes Erlebnis für unsere ghanaischen Freunde, da sie erstmals ein Boot betreten. Eine Schülerin müssen wir überreden, unser Busfahrer Emmanuel weigert sich teilzunehmen. Dennoch genießen wir die sonnige Fahrt auf dem grün-schimmernden ruhigen Fluss und lassen die Landschaft auf uns wirken. Wenige Kilometer hinter dem Afrikoko-Hotel halten wir kurz, um die einzige Brücke, die über den Volta-Fluss führt, zu überqueren. Die Brücke bietet einen wunderschönen letzten Ausblick auf den Fluss. Wir fahren weiter zu einem Verkaufsstand von CediBeads, einem kleinen Perlenladen. Wir als überwiegende Jungsgruppe haben uns in diesem Jahr gegen eine CediBeads Produktionsbesichtigung entschieden, bekommen jedoch einen kleinen Einblick in die Bandbreite der Perlenproduktion. Zurück an der Schule angekommen, machen wir ein Gruppenfoto mit unserem Fahrer Emmanuel, welchem wir zum Abschied ein T-Shirt geschenkt haben. Dieses ist 2015 entstanden (Grundriss durch die Idee einer deutschen Schülerin; Ausgestaltung durch ghanaische Schüler vor Ort) und wurde im Anschluss von Jérôme Boateng signiert.

Bei unserem Abendessen wird uns klar, dass dies die letzte Mahlzeit von Grace ist. Wir werden ihre hervorragenden Kochkünste sehr vermissen, aber haben gestern ihre Rezepte erhalten.

In unserer Abwesenheit widmet sich Master of Disaster unserem diesjährigen Wandbild. Zum Zeitpunkt unserer Rückkehr finden wir unser fertiggestelltes Wandbild vor und sind begeistert von seiner Arbeit. 

Nach dem Abendessen installiert Tom den Beamer mithilfe der Halterung an der Decke in der Kantine und die dazugehörige Dockingstation für das Notebook. Somit kann zukünftig auch dieser Raum für Lehrerveranstaltungen und gemeinsame Veranstaltungen der Kindergärten interaktiv genutzt werden.

Der letzte Ghanaabend wird wie gewöhnlich gemeinsam auf der Dachterrasse verbracht.

(Verfasst von Maximillian) 

Wandbild Ghana WG 2018
Wandbild Ghana WG 2018


Tag 22:  Freitag, 02.11.2018

 

Bei der Morning Assembly des heutigen Tages merkt man, dass die Schüler voller Vorfreude dem zweiten Tag des Sportfestes entgegenfiebern. Dieser startet mit Tischtennis, die Sektion „Hibiscus“ dominiert. Sowohl bei den Jungen hat keine andere Mannschaft eine Chance gegen Jannik, als auch gegen Jaqueline bei den Mädchen. Dadurch erlangt „Hibiscus“ eine deutliche Führung gegenüber den anderen Teams.

Im Anschluss generiert „Marigold“ die Höchstpunktzahl bei dem Spiel „Lemon and Spoon“ (Eierlauf), da dieses aufgrund von Disqualifizierungen am gestrigen Tag erneut durchgeführt werden muss. Somit kann „Marigold“ den Führungsabstand gegenüber „Hibiscus“ verringern. Durch sehr erfolgreiche Badminton - Matches holt „Marigold“ weiter zu „Hibiscus“ auf. Die Volleyballspiele fallen von der Punkteverteilung sehr ausgeglichen aus, so dass auch die zurückliegenden Teams „Lily“ und „Emerald“ eine Chance zur Aufholjagd bekommen.

Bei dem Basketballspiel zwischen „Marigold“ und „Emerald“ ist „Marigold“ unterlegen und kann für sich keine weiteren Punkte sichern. Ein heftiger Regenschauer unterbricht das Sportfest für 30 Minuten. Durch diesen Zeitverlust ist es nicht möglich, die übrigen Basketballspiele durchzuführen. Allerdings sorgt die laufende Musik dafür, dass die Stimmung bei den Schülern, als auch bei den Lehrern nicht abnimmt, sondern die Lehrer weiterhin ihre jeweilige Sektion sehr temperamentvoll unterstützen.

Nachdem die Regenwolken weitergezogen sind und unsere Terrasse als auch der Schulhof grob vom Wasser befreit sind, beginnt die Ausrichtung der Fußballspiele. Bei diesen dominieren die Sektionen „Hibiscus“ und „Emerald“. Damit steht „Hibiscus“ als Sieger fest, da kein Team die Möglichkeit besitzt, ihnen den ersten Platz zu nehmen. Allerdings liegen die Teams „Marigold“ und „Lily“ den Punkten zufolge gleich auf. Mittlerweile läuft das Sportfest seit bereits sieben Stunden, was besonders bei den jüngeren Schülern für müde Gesichter sorgt, denn freitags ist der Unterricht in der Regel um 14:00 Uhr beendet.

 

Um die Plätze zwei und drei endgültig zu bestimmen, duellieren sich die Sektionen „Marigold“ und „Lily“ bei einer Partie „Viking Chess“. Diese Partie startet um 15:30 Uhr. Nach einem sehr emotionalen Spiel fällt die Entscheidung für „Marigold“.

Der vierte Platz wird von „Emerald“ belegt. Die Sektion „Lily“ platziert sich aufgrund des entscheidenden „Viking Chess“ auf den dritten Platz.

Die durch die Lehrer besorgten, maßgeschneiderten Kleidungsstücke für jeden unserer Gruppenteilnehmer werden von uns zur Siegerehrung getragen. Da jeder Teilnehmer einen kleinen Preis, aktive Teilnehmer werden durch besondere Preise ausgezeichnet, somit endet die Veranstaltung für alle erst um 17:00 Uhr.  

Nach der Preisverleihung an die Schülermannschaften und betreuenden Lehrer verkündet Kuffour unsere Abfahrt am Sonntag. Somit verabschieden sich viele Schüler von uns und bei einigen fällt der Abschied sehr schwer. Erst gegen 17:30 Uhr können wir das Abendessen von Grace genießen, purer Stress für sie, denn ihr Essen wartet bereits seit 15:30 Uhr auf uns.

 

Die Verabschiedung von einigen Lehrern findet heute Abend statt, indem fast alle unserer Gruppenmitglieder inklusive Frau Kohlleppel eine Bar besuchen. Die restlichen Teilnehmer Maximillian, Tom, Frau Gleim und ich verbringen einen ruhigen Abend auf der Dachterrasse.

(Verfasst von Marvin)



Tag 22: Donnerstag, 01.11.2018

 

Heute beginnen die großen „Games“ des „Wilhelm Educational Complex“. Bevor es losgehen kann, findet die „Morning Assembly“ statt, bei der man schon spüren kann, dass die Schüler voller Vorfreude dem Tag entgegenfiebern.

Nach dem Aufbau der Musikanlage und der Markierung für das erste Spiel können die Spiele beginnen. Zur Einstimmung führt eine Gruppe eine über mehrere Wochen geprobte Choreographie auf.
Den verschiedenen „Sections“ der Schule wird je eine Farbe der Leibchen zugeteilt, damit alle Schüler die Gruppen während der Spiele erkennen können. Lily erhält weiß, Emerald grün, Hibiscus rot und Marigold gelb. Die Musik wird von „Sir Richard“ gestartet und schon fangen die Schüler an, durch Mitsingen und Tanzen Stimmung aufzubauen.

Gestartet wird mit Basketball. Dort spielen die Mädchen und Jungen zu dritt gegeneinander. Dabei werfen sie auf einen Korb. Direkt wird deutlich mit welch einem Einsatz die Schüler die Spiele bestreiten. Nach hitzigen Duellen, Diskussionen, Rudelbildungen und Schiedsrichterentscheidungen fallen die ersten Entscheidungen, bevor morgen der Sieger feststeht, um die Spannung im Publikum ausrecht zu erhalten. „Lime and Spoon“ und “Sack Race“ sind Spiele des heutigen Tages. Auch die unbeteiligten Schüler feuern ihre „Sections“ an und zeigen volle Emotionen. Dabei wird jeder Korb ausgiebig bejubelt. Die jüngeren Schüler begeistern sich zudem mit gemeinsamem Tanz zur Musik, was uns immer wieder erstaunt, da sie sich im jungen Alter schon unglaublich gut zum Takt bewegen können.

Im Laufe des Tages werden die Schüler mit Waffeln von einem ghanaisch-deutschen Lehrerteam versorgt. Des Weiteren haben wir heute am frühen Morgen 300 „pure water bags“ besorgt, damit für die Schüler und Lehrer genügend Trinkwasser vorhanden ist.

Nachdem alle Spiele entschieden sind, kommen die Klassen 1-4 zum Einsatz. Zunächst treten sie in der Disziplin „Lime and Spoon“ an, bei der die Schüler einmal die Länge des Schulhofes ablaufen, bis sie dort eine Limette mit einer Hand auf einen Löffel befördern müssen, ohne die zweite Hand dazu zunehmen. Wenn sie das geschafft haben, laufen sie wieder zur Ziellinie zurück, ohne dass die Limette vom Löffel fallen darf.

Kurz darauf folgt die nächste Disziplin „Sackrace“ - Sackhüpfen. Die Gewinner werden buchstäblich von der Lautstärke der Zuschauer ins Ziel „getragen“. Wir haben kein Messgerät, aber es waren geschätzt über 110 dB. Im Anschluss wird die neue Tischtennisplatte aufgebaut. Dabei spielen die Jungs im Doppel und die Mädchen einzeln gegeneinander. Aufgrund des Windes sind die Verhältnisse nicht ideal, aber wir meistern auch diese Herausforderung.

Danach beginnt Volleyball. Wieder spielen die verschiedenen Sektionen in „mixed“ Teams bestehend aus 4 Jungs und 2 Mädchen gegeneinander. Uns fällt auf, dass die Mädchen sehr viel weniger Erfahrung in diesem Spiel haben als die Jungs.

15:00 Uhr und eigentlich Schulschluss – dennoch beginnt das erste Fußballspiel. Gespielt wird vier gegen vier auf kleine Tore auf dem Schulhof.

Mitten im zweiten Spiel beginnt es wie aus Eimern zu schütten, sodass die Spiele leider abgebrochen werden müssen. Dies hat es in der bereits sechsjährigen Tradition noch nie gegeben. Wir rennen hoch zu unserer Dachterrasse, um die Fenster zu schließen und die Zelte vor dem Regen zu retten – Oben angekommen ist die Dachterrasse bereits geflutet und Zelte, Schlafsäcke und Luftmatratzen sind durchnässt. 15 Minuten später ist der Platzregen vorbei, aber hinter der Schule hat sich die „Straße“ wieder in einen Bach verwandelt.

Nach den anstrengenden Wettkämpfen und der erdrückenden Hitze sind wir zunächst alle müde, aber das Abendessen von Grace gibt uns neue Energie und wir diskutieren intensiv über die Spielverläufe und deren Ergebnisse. Für uns ist es gewöhnungsbedürftig, wie viele Möglichkeiten auf engstem Raum bestehen, ein solches Turnier ausüben zu können und unter welchen Platzbedingungen - harter Boden mit vielen Unebenheiten - die die Schüler nicht daran hindern, energievollen Einsatz zu zeigen. Alle Aktivitäten verlaufen verletzungsfrei.

Wir haben den Tag mit viel Begeisterung und Freude für den Sport erlebt und freuen uns schon auf den morgigen Tag, an dem der Gewinner der „Games“ gekürt wird.

 (Verfasst von Lukas)



Tag 21: Mittwoch, 31.10.2018

 

Beim wöchentlichen Gottesdienst wird uns bewusst, dass dies bereits der letzte für uns ist. Einige werden nachdenklich darüber, wie schnell die Zeit vergeht und dass wir schon fast drei Wochen vor Ort sind. Zusammen mit den Schülern des WEC singen wir die rhythmischen Lieder und genießen es. Bei dem heutigen Gottesdienst hat Rachel, eine Schülerin der Klasse 9, Geburtstag und bekommt, ebenso wie Patrick, einen Eimer Wasser über den Kopf. Sehr erfrischend bei den heutigen Temperaturen. Danach erläutert Kuffour ein paar Details für das zweitägige Sportfest. Bright hat ein Losverfahren vorbereitet, mit dem wir in die vier verschiedenen Teams eingeteilt werden. Spannung liegt in der Luft. Diese entlädt sich durch großes Jubeln bei jeder Bekanntgabe: Hibiscus: Maxi und ich, Lily: Tim und Fabian, Marigold: Annika, Tom, Marvin, Emerald: Patrick und Lukas. Die Spiele können beginnen. Wir erwarten hitzige Duelle, bei denen der Spaß natürlich im Vordergrund stehen soll. Für die Kinder ist es ein besonderes Ereignis, weil dieses Fest nur einmal im Jahr stattfindet. Jeder von uns möchte sein Team zum Erfolg führen. Im Laufe des Tages finden meetings der jeweiligen Teams statt, in denen wir die Aufstellungen und Taktiken für die Turniertage absprechen.

Nach dem Gottesdienst machen sich die „home economics“ Schüler der Klassen 8 und 9 auf den Weg zum Accra City Hotel. Dort werden den Schülern wieder Einblicke in mögliche Berufe im Hotelbereich aufgezeigt. In einem ausführlichen Gespräch mit Roman Krabel, dem deutschen General Manager und dem Qualitätsbeauftragten Jeffrey Ashiamah werden wichtige Standards erläutert. Mit 30 Jahren ist dieses Hotel das älteste in Accra und mit 200 Zimmern auch kein großes – jedoch ist es das einzige, dass sich in ghanaischem Eigentum befindet und keiner Kette zugehörig ist. Klein aber fein trifft hier wortwörtlich zu. Das Hotel ist als einziges in Westafrika ISO-zertifiziert und hat in den letzten Jahren 12 Awards in unterschiedlichen Kategorien erhalten; 2018 insbesondere für die ausgezeichnete Küche. Der Qualitätsbeauftragte bezeichnet sich selbst als „ZOOMLION“ (ghanaisches Müllentsorgungsunternehmen), denn das Hotel trennt Müll nach 10 Kategorien. Die Schüler werden dazu aufgerufen, sehr umsichtig mit den verschiedenen Müllsorten umzugehen. So sei die Trennung der „pure water bags“, die Abgabe dieser an „Sammler“ und die Kompostierung organischer Abfälle für jeden ohne großen Aufwand zu bewältigen.


Maxi, Fabi, Tim, Annika, Lukas, Patrick und ich besuchen letztmalig eine RME-Stunde (Religious & Moral Education) bei Nancy, die im ICT Room stattfindet. Dort thematisieren wir Manipulationen des Körpers, zum Beispiel durch Piercings oder Bleeching. Durch einige Beispielbilder wird der Unterrichtsstoff veranschaulicht. Der im letzten Jahr mit access-points installierte Internetzugang kann so zur aktuellen und visualisierenden Unterrichtsveranstaltungen beitragen.

Nach dem Abendessen bereiten ghanaische Schüler und Fabian unter den kritischen Augen von Chefkoch Lukas in der Schulküche ein typisch deutsches Gericht zu: Spätzle in Butter geschwenkt. Nebenbei werden Brötchen gebacken. Unsere ghanaischen Freunde haben Spaß an der Zubereitung, sind aber bei der Verköstigung kritisch zurückhaltend.


Patrick leitet mit großer Freude seinen letzten Chess Club. Die Teilnehmer haben sich in kurzer Zeit sehr intensiv mit dem Schachsport auseinandergesetzt und sind mit Spaß beim Spiel. Patrick hat den Kindern langfristig eine neue Möglichkeit ihrer Freizeitgestaltung geschaffen. 

Marvin und ich bereiten uns gemeinsam mit den Teammitgliedern auf die Basketballspiele der nächsten Tage vor.

Während wir sportlich aktiv sind, installiert unser IT-Spezialist Tom mit Annika den Beamer in der Cafeteria. So kann dieser Raum auch für Vorträge oder IT-unterstützte Veranstaltungen genutzt werden.

(Verfasst von Jannik)

Einblick in die Küche des Accra City Hotels
Einblick in die Küche des Accra City Hotels
Spätzle-Zubereitung
Spätzle-Zubereitung


Tag 20: Dienstag, 30.10.2018

 

Das heutige Frühstück wird durch die Füllung des Wasserbehälters gestört. Füllung des Wasserbehälters? Ja richtig, denn im Bereich unserer Schule gibt es keine Wasserleitung. Die Versorgung findet durch Wasser-LKW statt, die die verschiedenen Behälter auf dem Schulhof füllen und bei Bedarf wird der 1000l-Behälter auf der Dachterrasse nachgefüllt. Hoffentlich wird das Wasser für die nächsten Tage reichen.

 

Während der morning assembly bittet Kuffour die Schüler, sich in die vier klassenübergreifenden Teams für die Sporttage aufzuteilen. Acht neue Schüler müssen noch zugeordnet werden.

 

Anschließend besuchen einige von uns den Unterricht, während Maximillian, Marvin, Tom und meine Wenigkeit sich auf der Dachterrasse versammeln, um Waffelteig zuzubereiten. Dabei fällt schnell auf, dass keiner von uns wirklich Erfahrung im Backen hat und wir die ein oder andere Eischale aus dem Teig fischen müssen. Nachdem wir denken fertig zu sein und schon einiges abgewaschen ist, fällt uns auf, dass wir zu wenig Teig zubereitet haben. Typisch Männer! Also legen wir nochmal los.

Nach langwierigem Backen können wir die Waffeln endlich an die Schüler und Lehrer verteilen. Die Freude ist groß und die Schüler schreien nach mehr und somit beschließen wir auch Donnerstag und Freitag, während des Sportfestes, Waffeln zu backen.

 

Nach dem Lunch werden Koffer gepackt. Dabei handelt es sich aber nicht um unsere Koffer, denn es sind die Koffer für Herrn Wilhelm Hawerkamp (den Gründer der Schule), die wir mit unterschiedlichen kunsthandwerklichen Gegenständen füllen. Diese hat Herr Hawerkamp im August bei lokalen Künstlern in großen Mengen gekauft. In den nächsten Wochen werden sie auf Kunsthandwerker- und Weihnachtsmärkten am Niederrhein verkauft. Der Erlös der Verkäufe fließt in die Finanzierung des Crystal Wilhelm Educational Complexes. Dies ist Hilfe zur Selbsthilfe im wahrsten Sinne des Wortes.

 

Maximillian, Marvin und ich übersetzen und erklären am Nachmittag einige in der Vergangenheit mitgebrachte und noch unklare Spiele für den Kindergarten.

Lukas, Tim und Jannik treffen sich zu einem Meeting mit den Lehrern in der schuleigenen Bibliothek, um die kommende Sportveranstaltung für Donnerstag und Freitag zu besprechen. Dabei bestimmen sie die Spieldauer für die verschiedenen Sportarten sowie die Preise, die den Gewinnerteams überreicht werden. Einzig, als die Abfolge der Sportarten besprochen wird, tritt Chaos ein. Hauptdiskussionspunkt ist die zeitliche Position des Fußballwettbewerbs.

Es wird diskutiert, mit der Volkssportart Fußball zu beginnen, doch da alle einsehen, dass dies direkt zu Beginn sehr kräfteraubend wäre, können wir uns darauf einigen, diese Sportart als vorletzte durchzuführen.

 

In der im September fertiggestellten und durch unsere Sachspenden ausgestatteten Küche findet heute der erst „home economics“ Kurs der Klasse 8 statt. Um 13:00 Uhr beginnt die theoretische Vorbereitung. Ganz traditionell wird Jollof-Rice, Chicken, Mashed Yam with Egg, Papaya-Smoothie und Ananas mit Ingwer zubereitet. Die Präsentation der Gerichte kann sich sehen lassen! Diese werden in professionellen Servierschalen dargeboten. Im Anschluss dürfen die Schüler, die auch beim Kochen mit vollen Engagement und Freude dabei waren, ihr selbstgekochtes Essen verzehren. Gegen 18:00 Uhr verlässt auch Esther mit den letzten Schülern die aufgeräumte Küche. Ein langer Schultag für alle Beteiligten!

Ab 16:00 Uhr gibt es die üblichen Angebote: Don Bosco, Chess-Club, Sport auf dem Schulhof und Tom konfiguriert die mitgebrachten Laptops.

(Verfasst von Fabian)

 

Home Economics
Home Economics


Tag 19: Montag 29.10.2018

 

In der letzten Nacht werden wir von einem pfeifenden Wind, der sowohl über die Dachterrasse als auch durch die geöffneten Fenster der Räume fegt, aufgeschreckt. Zum Glück regnet es nur leicht, sodass wir unsere Zelte auf der Terrasse im wahrsten Sinne des Wortes nicht abbrechen müssen.

Bevor wir losfahren, kommt der Schmied mit einem Mitarbeiter und bringt die drei Gittertüren, die zur Sicherung des Werkraumes, der Kantine und der Küche notwendig sind. Während unserer Abwesenheit werden diese montiert.

Nach einer vorrübergehend regnerischen Busfahrt erreichen wir die „Coca-Cola Bottling Company of Ghana Ltd.“, die ca. 1000 Mitarbeiter beschäftigt. Diese Betriebsbesichtigung findet auf Initiative der Kollegen des WEC statt.

Das 1995 gegründete Unternehmen füllt für 16 afrikanische Länder Coca-Cola-Getränke ab, dazu zählen neben der Coca-Cola, Sprite (jeweils auch in der Zero-Variante, d.h. mit Süßstoff erhältlich), Fanta, das in Ghana sehr beliebte Malzgetränk „Malt“, Säfte und Wasser.

In Ghana findet lediglich die Abfüllung der Getränke statt; dafür werden sämtliche Inhaltsstoffe als auch die Flaschen – mit Ausnahme des Wassers - importiert. Die Flaschen gelangen aus Spanien oder Nigeria nach Ghana, das Konzentrat aus Atlanta (Hauptsitz von Coca-Cola), der Zucker aus Südafrika.

Bei einem kleinen Rundgang in der Fabrik wird uns gezeigt, dass die Plastikflaschen unter einem Druck von 3 bar aus Reagenzplastikformen erstellt werden. Wir beobachten, wie die Flaschen chemisch gereinigt und mit Sprite gefüllt werden. Pro Stunde sind es 27.000 Flaschen. Dabei werden 5.400 kg Zucker verwendet. Die Befüllung findet vollautomatisch statt, sodass keine Verunreinigung durch Menschen stattfinden kann.

Nach der Führung spendiert man uns eine kleine Erfrischung mit Fanta, Sprite und Cola aus Glasflaschen.  Für ein Abschlussfoto vor einem Gebäudeteil bekommen wir eine Sondergenehmigung, ansonsten dürfen vor Ort keine Bilder erstellt werden.

In der Schule angekommen, biete ich nachmittags wieder meinen Bastelkurs „Creative Arts“ an. Heute steht das Thema Weihnachten im Mittelpunkt. Ja, richtig gelesen. Auch bei klimatisch völlig anderen Bedingungen wird hier natürlich auch Weihnachten gefeiert. Kuffour bat mich, mit den Schülern Weihnachtsdekorationen vorzubereiten. Gesagt, getan, die ersten Sterne für die Dekoration der Fenster sind erledigt. Ich hoffe Madam Rosie, die Creative Arts Lehrerin, bastelt mit den Kindern in diesem Sinn weiter an Weihnachtsdekorationen.

Parallel zu meiner Bastelstunde wird auf dem Schulhof Volleyball gespielt, in der Küche gebacken (zwei Kuchen geben wir als Dankeschön Grace und Theresa mit, unserer Köchin und deren Küchenassistentin, die uns täglich mit Köstlichkeiten versorgen), Nancy begleitet Lukas, der zuvor zugunsten des Sportprogramms bei Don Bosco darauf verzichtet hat, und Madame Gerti zum Markt, um für Patenkinder Erledigungen zu tätigen. Am ICT-Raum arbeitet ein Elektriker an der Installation der in der letzten Woche gekauften neuen Klimaanlage, da die alte Anlage nicht stark genug ist, um den Raum bei voller Besetzung mit Schülern ausreichend zu kühlen. Die alte Anlage wird morgen in einem anderen Raum der Schule eingebaut.

Am heutigen Tag wird uns bewusst, dass wir in einer Woche bereits wieder zuhause sind. Für uns kaum vorstellbar...

(Verfasst von Annika)